Letzter Abend des Monschau-Festivals mit James MacKenzie und "Saga"

Letzter Abend des Monschau-Festivals : Einmal soft und einmal wuchtig auf der Burg

Laut und eher leise – beides gab es beim letzten Abend des 20. Monschau-Festivals am Sonntag. Der schottische Singer-Songwriter James MacKenzie aus Inverness und die Mitglieder der kanadischen Band „Saga“ aus Toronto ließen den Zuhörern in der Arena auf der Burg den Abschied von dem bunten Volk der Künstler schwer werden.

Der Auftritt des Schotten mit seinen Begleitmusikern streichelte erst mal die Seele der Menschen auf den beiden Tribünen. Aber auch Engagiertes war im soften Klanggewand zu hören: Mit dem Lied „Shoulders“ setzte sich MacKenzie für eine pfleglicheren Umgang mit seelische Kranken ein. Barden haben also doch eine Zukunft – auch und gerade in Monschau.

Der wuchtige, synthesizerlastige Sound von „Saga“ brachte andere gute alte Zeiten zurück – die des Rock. Die Kanadier brachten gerade dieses nicht mehr ganz so frische Klangbild mit großer Energie, ja mit regelrechter Leidenschaft auf die Burg-Bühne. Diese ausgelebte Passion verfehlte ihre Wirkung auf das Publikum nicht: Zuhörer wurden zu Fans, die aufstanden mit den herzhaften Rhythmen mitrockten. Die Jungs fetzten los, dass es nur so eine Lust war. Keyboard und Schlagzeug sorgen immer wieder für ein eindruckvolles Klangbild. Egal ob „Careful“, „On The Loose“, egal ob alte Hits oder neue Titel: In der Musik der Band gibt es keinen Stillstand; alles flutet und fließt wie ein Strom kurz vor einem Wasserfall.

Seit 1977 im Showgeschäft unterwegs, wissen die fünf Herren natürlich, wie das geht mit dem Mitreißen der Fans, die schließlich vor ihnen stehen und abrocken wie in keiner Disco. Ihr Erfolg besteht sicher zum einen in der Wucht der Melodien. Immer entwickeln sich neue melodische Strukturen; nie bleibt etwas lange wie es ist. Das wirkt spannend und lässt im Verlauf des Abends Zuhörer zu Fans werden.

Und wieder einmal erweist sich, welchen Instinkt für die Wünsche der möglichen Besucher die Veranstalter durch die Neuausrichtung des Kulturereignisses von der „Klassik“ zum „Festival“ bewiesen haben.

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