Karneval: Rosenmontagszug in Kesternich

In Höfen : Fußgruppen übertreffen sich gegenseitig mit originellen Kostümideen

„Wir gehen“, hieß es am Rosenmontag. Georg Harth aus dem Vorstand der KG Biebesse Höfen und seine Kollegen hatten die Wetterlage gecheckt. Der Sturm zog sich um die Mittagszeit immer mehr zurück, und dann hörte auch der Regen auf.

Es wäre wirklich jammerschade gewesen, den Höfener Rosenmontagszug abzusagen, denn die Wagenbauer und Fußgruppen hatten sich gegenseitig mit originellen Ideen übertroffen.

Das Warten auf den Zug verkürzten sich die Höfener an einigen Stellen im Ort, wo Stehtische aufgestellt worden waren, mit Musik und Getränken. Im Zug war viel Live-Musik zu hören, aus Konzen machten der Musikverein Konzen und das Trommler- und Pfeiferkorps mit; aus Rohren kam Unterstützung von der Lyra, und natürlich spielte Höfens Lyra ebenfalls bekannte Karnevalslieder. Blaue Funken waren zu Fuß unterwegs und geizten nicht mit Schnäpschen; die Twisters machten auf Wellness und liefen in Bademänteln durch die Straßen. Aus dem Tanzclub Dash aus Imgenbroich kam eine Arche, damit man sich vor Regenflut retten kann.

Auf der Triftstraße wurde es eng, und einige Helfer hatten ein wachsames Auge, als sich die großen Wagen durch die Menge der zuschauenden Jecken zwängten. Der Elferrat stand unter Klimaschock: In Hawaihemden mit Strohhüten auf dem Kopf tanzten die Männer auf einem prächtigen Wagen, der mit Palmen und einer Strohhütte bestückt war. „Tanzt die Marie im Sambarock, reden wir vom Klimaschock“, hieß es hier.

In Anspielung auf des Prinzen Dieter II. lange Tätigkeit im MSC und auf den Beruf seiner Prinzessin Anja I. hatten seine Freunde das „Kinderparadies“ aufgebaut: Puppen auf dem Traktor, auf einem Schaukelpferd und im putzigen Puppenbettchen. Nach dem Rekordsommer 2018 steht die Freiwillige Feuerwehr von Höfen auf Tequila statt Bier und Els. Sie fuhr einen riesigen Kaktus durch den Ort, die großen und kleinen Feuerwehrleute gaben ein farbenprächtiges Bild in ihren Ponchos und Sombreros.

Die Konzener Kühe gerieten außer Rand und Band, sie sprangen im Galopp herum, dass die Euter wackelten. Aus Einruhr waren Gäste mit einem großen Wagen gekommen, sie nahmen die Brücke an ihrem Ortsrand auf die Schippe; bei Rot führen sie mit dem Boot, taten sie kund.

In Höfen ist er auch schon: der Wolf. Und von Reiner Jakobs hat er bereits Schäfchen geklaut. Die Funkengarde traf mit wölfischem Humor den Nagel auf den Kopf. Auf ihrem schmucken Wagen hielt ein Schäfer das Wolfsverbotsschild hoch; für die Problemwölfe gab es einen prima Besänftigungstrunk. Und für wilde Kinder gabs Freikarten für den Schmidter Wildpark.

Das „Kaiserteam“ aus Konzen wird demnächst „Tanke Nr. 4“ eröffnen, und die Kindergarde der Biebesse spielte mit dem Kinderelferrat „Polizei und Knastis“ – ziemlich respektlos, wie es im Karneval erlaubt ist.

Von weitem fiel der gigantische Prinzenwagen ins Auge: Riesige Schmetterlinge und viele bunte Blumen zierten ihn, rundherum liefen weitere Biebesse, das war die Prinzengarde. Emsig warfen Kinderprinz Henri I. und Kinderprinzessin Anna-Luisa I. mit Unterstützung ihrer Paginnnen Mia und Lara-Maria Süßigkeiten, und auch das große Prinzenpaar, dem immer wieder zugejubelt wurde, zeigte sich äußerst großzügig.

Ritter und Hofnarren – die jungen Leute aus der Jugendgarde - hatten ihre Burg verlassen und sich unters Volk gemischt; als Angler kamen die Volleyballer/Innen daher. In gelben Anglerhosen gaben sie einen munteren Farbtupfer, in ihren Keschern befanden sich Leckereien; und ein großer Schwan durfte bei ihnen mitfahren. Über den Schilderwahn in der Triftstraße mokierten sich die „Blue Wifjer“, sie haben 67 Schilder gezählt.

Eine volle Dröhnung verpasste die Höfener Jugend den Schaulustigen von einem Wagen, in Kostümen aus Disney-Filmen lief sie gut gelaunt durch die Straßen.

(ale)