Kaltblutrennen des Reitervereins St. Georg in Mützenich

Pferdefestival : Mit viel Spaß im Sattel der mächtigen Kolosse

Der Reiterverein St. Georg nennt sein Sommerturnier „Pferdefestival“. Damit wird er auf jeden Fall der Veranstaltung rund um das Kaltblutpferd gerecht, die regelmäßig samstags auf dem Programm steht.

Es werden weit über tausend Zuschauer gewesen sein, die sich am Samstag um den großen Platz im Kleinbüchel eingefunden hatten. Sie kamen aus allen Richtungen, aus dem Dürener und Aachener Gebiet, aus den Eifelorten, aus Belgien und den Niederlanden. Und sie wurden in ihren Erwartungen nicht enttäuscht: Eine außergewöhnliche und sehr liebevolle Auswahl hatten die Organisatoren wieder zusammengestellt, um den Pferdefreunden die Kaltblüter nahezubringen.

„Mensch, Pferd und Hund, das gehört irgendwie zusammen“, meinte der Kommentator Frank Schreiber zu Beginn. So war diesmal gern die SV Ortsgruppe Höfen im Verein für Deutsche Schäferhunde der Einladung gefolgt, um eine Agility-Vorführung zu zeigen. Es waren auch Setter, Australian Shepherds und Retriever mit dabei. Die Hunde flitzten mit Tempo durch einen kniffligen Parcours, übersprangen Hindernisse, sausten durch einen Tunnel, rannten im Slalom durch Pfähle. Die Zuschauer staunten über den Eifer, ihr erstaunliches Temperament und die Schnelligkeit und spendeten begeisterten Applaus.

Ein schönes Schaubild von unterschiedlichen Anspannungen zeigten anschließend die Kaltblutfreunde. Ein- und zweispännig wurde vorgefahren, auch ein schicker Vierspänner war dabei und ein „Einhorn“, eine schwierig zu fahrende Anspannung, wobei ein Pferd mittig vor zwei anderen Pferden geht.

Spaß und Spannung bot das „Ride & Drive & Dog“, wobei ein Hund, ein Reiter und eine Kutsche einen Parcours zu absolvieren hatten; hierbei trat besonders stark die Heimmannschaft mit Annika und Katharina Steffens sowie Franz- Karl Boden auf.

Sie waren die Lieblinge des Publikums: eine Stute mit Fohlen der Rasse Schwarzwälder Füchse. Foto: Anneliese Lauscher

Auch die beiden wunderschönen Isländer, vorgeführt von Manuela Lorenz und Jana Grandjean, bekamen viel Applaus; sie bestanden sogar den „Tölt mit vollem Bierglas“-Test.

Mittlerweile hatten sich die Ränge noch mehr gefüllt, eine grandiose Zuschauerkulisse belohnte die vielen Mühen der Kaltblutfreunde mit starkem Applaus. Denn nun gab es eine Rasseshow, wie man sie selten zu sehen bekommt: Brabanter, Ardenner, Boulonnais im Zweispänner, Percheron, eine Schwarzwälder-Fuchs-Stute mit Fohlen und die Stars – Shire Horses! Für das Publikum, das übrigens mindestens so herzlich ist wie das Aachener, war es eine gänsehautschöne Darbietung. Franz-Karl Boden, dem es ein Anliegen ist, dass man nicht immer nur „die Dicken“ sagt, kommentierte die Show mit viel Fachwissen. „Da geht einem das Herz auf“, meinte ein begeisterter Besucher aus der Südeifel.

Einen zusätzlichen musikalischen Farbtupfer lieferten die „Greenfields“, eine Jagdhornbläsergruppe aus Belgien. Die Stimmung war prächtig, als sich bei der untergehenden Sonne 19 Teilnehmer für das Kaltblutrennen bereitmachten – eine rekordverdächtige Starterzahl. Frank Schreiber mahnte zur Vorsicht, Gerten seien nicht erlaubt bei diesem Rennen, es gehe hauptsächlich um den Spaß. Zum größten Vergnügen der Zuschauer lieferten sich die couragierten Reiterinnen und Reiter höchst spannende Runden im Sattel der mächtigen Kolosse, die mitunter nur schwer in Galopp zu bekommen waren. Wieder waren es unerschrockene Amazonen aus der Heimat, die den Sieg davontrugen: Nach einem mitreißenden Finale war es Jenny Schmitz auf Coco, die Katharina Steffens mit IT besiegte.

Aus der Hand von Thomas Salz, Vorstandsmitglied der Sparkasse Aachen, und Sascha Kau, der die Geschäftsstelle der Sparkasse in Mützenich leitet, gab es den Siegerpokal; eine letzte Ehrenrunde beendete das legendäre Kaltblutrennen.

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