Kalender von Monschau: Mit alten Ansichten durchs kommende Jahr

Gruß aus Montjoie 2020 : Mit alten Ansichten durchs kommende Jahr

Die Musikvereinigung hat einen neuen Kalender mit Schätzchen aus der Sammlung von Manfred Brandenburg herausgebracht. Unter dem Titel „Gruß aus Montjoie 2020“ gibt es wieder viele überraschende Motive aus Monschau zu sehen.

Die Musikvereinigung Montjoie 1926 unterhält die Bevölkerung nicht nur das ganze Jahr über mit Marsch- und Konzertklängen, sondern zu Beginn des Herbstes sorgt sie seit vielen Jahren auch mit einer optischen Präsentation für hohe Aufmerksamkeit. Auch für das kommende Jahr hat die Musikvereinigung wieder einen Kalender mit Motiven von historischen Ansichten der Altstadt Monschau herausgebracht. Der Kalender 2020 mit dem Titel „Gruss aus Montjoie“ wurde jetzt in den Räumen der Sparkasse Monschau vorgestellt.

Die insgesamt 13 Motive überraschen auch den Altstadt-Kenner mit Ansichten, die ihm in der Regel bislang verborgen blieben. Die Auswahl für den Kalender traf einmal mehr Manfred Brandenburg, langjähriger Aktivposten in der Musikvereinigung Montjoie, aus seiner reichhaltigen Sammlung historischer Monschau-Postkarten. Sowohl Fotografien wie auch Lithografien finden sich in dem Kalender im handlichen Format (21 x 21 cm).

Hilmar Weber, der 1. Vorsitzende der Musikvereinigung Montjoie, freute sich darüber, dass man nunmehr den zwölften Kalender in Folge präsentieren könne. „Beim Anblick der Bilder wird deutlich, dass die Altstadt Monschau schon immer ein Objekt war, das die Menschen fasziniert hat“, sagt er. Gleich die erste Auflage sei auf große Resonanz gestoßen, und inzwischen habe der Kalender zahlreiche Freunde gefunden. So dürfte es auch diesmal kein Problem sein, die 300 aufgelegten Exemplare zum Preis von zehn Euro unters Volk zu bringen.

Über den gelungenen Kalender 2020 „Gruß aus Montjoie“ freuen sich Hilmar Weber (li.), Vorsitzender der Musikvereinigung Montjoie, Postkarten-Sammler Manfred Brandenburg und Achim Scheidt (re.), Filialleiter der Sparkasse Monschau. Foto: Peter Stollenwerk

Weber erwähnte auch, dass die Sparkasse Monschau von Beginn an ein verlässlicher Partner bei der Produktion des Kalenders gewesen sei. Für die Musikvereinigung Montjoie als Herausgeber ist beim Postkartenkalender nicht nur der kulturhistorische Aspekt von Bedeutung, vor allem bildet der Verkaufserlös eine wichtige finanzielle Stütze für Arbeit des Vereins.

Postkarten-Experte Manfred Brandenburg lenkt den Blick des Betrachters diesmal vor allem auf das Titelbild. Auf einer im Jahr 1896 verschickten Lithografie ist „Gruss aus Hotel de la Tour“ zu lesen. Der Inhaber des einstigen Hotels an Richters Eck hatte speziell für seinen Beherbergungsbetrieb die Postkarte bei einer Firma aus Köln in Auftrag gegeben. Bei fast allen anderen Postkarten ist keine genaue Datierung möglich, so beispielsweise auch nicht beim April-Motiv, das die Rur-Walkmühle in der Stadtstraße zeigt. Eine romantische Ansicht der Flora ist ebenso im Kalender zu finden wie auch ein Blick auf den Haller und den ganz von Bewuchs freien Rahmenberg, oder auch eine Schlittenpartie oberhalb der Burg.

Eine seltene Ansicht aus dem Jahr 1896: Das Titelbild des Kalenders 2020 der Musikvereinigung Montjoie zeigt einen Gruß aus dem Hotel de la Tour als Lithografie. Foto: Peter Stollenwerk

Rund 2000 Original-Postkarten befinden sich in der Sammlung von Manfred Brandenburg, womit die Herausgabe des Kalenders auch in den kommenden Jahren gesichert sein dürfte, auch wenn der 80-Jährige andeutete, dass er seinen persönlichen Einsatz beim Vertrieb des Kalenders etwas zurückfahren möchte. Das letzte Kalenderblatt bietet dann noch einen Einblick in das Monschauer Alltagsleben in früherer Zeit.

Hier findet man als Zugabe ein rund 60 Jahre altes Foto, das vier Monschauer Klapperjungen auf der Rurbrücke an Richters Eck zeigt. Umrahmt wird die Aufnahme von einem Mundartgedicht (De Klappere john) der Monschauer Heimat-Schriftstellerin Maria Groener.

(P.St.)
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