Frauenchor Pro musica in der Aukirche

Frauenchor Pro musica in der Aukirche : Eine Kostprobe während des Wochenendseminars

Aus Uedem am Niederrhein stammt der Frauenchor Pro musica. Da sein Dirigent Manfred Hendricks mit Monschau gut vertraut ist, schlug er ein Probenwochenende im Eifelstädtchen vor, das sich mit der geplanten Mitwirkung des Chores beim sonntäglichen Pontifikalamt im Wallfahrtsort Banneux in Ostbelgien gut verbinden ließ.

Mehr oder weniger spontan kam dann noch die Idee dazu, dass der Chor sein Können doch für eine knappe Stunde auch in der Monschauer Aukirche zum Besten geben könnte. Bürgermeisterin Margareta Ritter fand die Idee ebenfalls gut und übernahm gleich die Schirmherrschaft für ein kleines, aber feines Konzert am Samstagnachmittag. Sie ließ es sich auch nicht nehmen, die Gäste vom Niederrhein höchstpersönlich zu begrüßen. Und die – freilich nicht allzu zahlreichen, aber sehr beeindruckten – Zuhörer ließen sich von dem dann folgenden brillanten Potpourri aus geistlichen und weltlichen Liedern und Chorstücken – in geradezu meisterhafter, dazu noch vollständig auswendiger Darbietung – hinreißen und verzaubern.

Dirigent Manfred Hendricks fand auch noch einen roten Faden für das spontane Programm, das er auf seine eigenen Eindrücke vom Städtchen und vom Monschauer Land bezog. Besonders kostbar dabei sein solistisches Orgel-Zwischenspiel (in eigener Improvisation), das das Instrument der Aukirche wieder einmal in einer beachtlichen konzertanten Kompetenz erklingen und in dieser Hinsicht Weiteres erhoffen ließ.

Der Chor Pro musica selbst ist ein „weltlicher“ Chor; dennoch brachte er auch die geistlichen Stücke des Programms, etwa von Mendelssohn Bartholdy und Durante oder auch Proben aus der Gregorianik ohne Fehl und Tadel zu Gehör. Die musikalische Stringenz und Überzeugungskraft des Vortrags wurde bei jedem einzelnen Stück neu zum Ereignis; dabei war es dann gar nicht mehr die Frage, ob es sich um geistliches oder weltliches handelte. Auch „Ohrwürmer“ wie die „Moskauer Nächte“ (die Hendricks kurzerhand zu „Monschauer Nächten“ umdeutete) ließen so die Nachbarschaft zum besinnlichen, auf Weihnachten und die Krippe vorausdeutenden Marienlied vom „Dornwald“ nicht zum Problem werden.

Auffallend war die Genauigkeit des Dirigats und die Aufmerksamkeit und Wendigkeit der Sängerinnen auch bei rhythmisch diffizilen Stellen. All dies wohlgemerkt ohne jeden Blick auf Vorlagen. Dass es sich bei Pro musica um einen Laienchor handelte, musste man sich dabei immer wieder erst noch bewusst machen. Bemerkenswert auch, dass Manfred Hendricks die Stücke eigens für seinen Chor arrangiert oder neu gesetzt hatte.

Insgesamt war so die Bekanntschaft mit Chor und Dirigent für alle Konzertbesucher eine reine Freude und lässt auf ein Wiedersehen hoffen.

(js)