Forstwirtschaftsplan Monschau für 2020 vorgestellt

Monschauer Forstwirtschaftsplan vorgestellt : Wenig Regen, viele Käfer, kleiner Überschuss

Unter dem Namen Scolytinae ist die Spezies unter Nichtforstleuten weniger bekannt, sie ist jedoch für den Monschauer Stadtwald ein Problem. Dort muss man sich nämlich mit dem Borkenkäfer herumschlagen, der laut Förster Klaus-Jürgen Schmitz für das überall anzutreffende „Kalamitätsholz“ verantwortlich ist, das mit dazu beitrug, dass die Holzpreise in den Keller rutschten.

Im Monschauer Umweltausschuss hielt Schmitz dazu fest: „Der Höhepunkt der Käferpopulation ist noch nicht erreicht.“ Trotzdem hat der Forstwirtschaftsplan einen Überschuss von rund 39.000 Euro.

Was an Borkenkäfern zu viel ist, fehlt an Regen, wie Schmitz mit Hinweis auf die trockenen Böden diagnostizierte: „Wir sind für jeden Regen froh. Wir brauchen noch viel davon.“ Zudem hob Schmitz hervor: „Die geforderte Waldumwandlung in widerstandsfähige Mischwälder wird eine Generationenaufgabe sein.“ Er wies darauf hin, dass mit diesem Prozess in Monschau bereits 2013 begonnen wurde. Für die kommenden Jahre sei mit einem immensen Pflanzenbedarf zu rechnen, um die Ausfälle in den Beständen zu schließen. Neuanpflanzungen seien ohne eine kompromisslose Reduzierung des Schalenwildes nicht umsetzbar, was nach Meinung aller forstlichen Fachverbände eine konsequente Erfüllung der Abschusspläne unausweichlich mache. Zu hohe Wildpopulationen würden den Wiederaufbau auf den Flächen gefährden, die durch Trockenheit und Käferbefall in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Auf einer Fläche von rund 15 Hektar sind Neupflanzungen von 12.800 Bäumen geplant. Dabei stellen Douglasien und Weißtannen mit jeweils 5250 Stück den Hauptanteil dar. Rund 65 Hektar Stadtwald sollen gegen Verbiss-Schäden geschützt werden. Was den Holzeinschlag angeht, sieht der Forstwirtschaftplan im kommenden Jahr eine Menge von 12.825 Kubikmetern vor. Wie Klaus-Jürgen Schmitz erläuterte, soll die Holzvermarktung wie in den vergangenen Jahren in Eigenregie mit vorheriger Preisanfrage erfolgen. Dabei sollen jedoch nicht zu früh langfristige Verträge abgeschlossen werden. Es sei beabsichtigt, kleinere Mengen zu vermarkten, um flexibel auf die Marktentwicklung reagieren zu können.

Darüber hinaus haben sich im Monschauer Stadtwald die Forstarbeiten vermehrt auf Pflege- und Läuterungsarbeiten verlagert. Ferner wurden vier Wanderhütten instand gesetzt und eine Brücke über den Holderbach erneuert. Zu der in diesem Jahr geplanten Waldwegeinstandsetzung gab es keine gute Nachrichten. Wegen fehlender Einnahmen und des nicht durchgeführten Holzeinschlages konnten die Wegearbeiten nicht durchgeführt werden. Da auch 2020 davon auszugehen ist, dass kein nennenswerter Überschuss erzielt werden kann, ist beabsichtigt, die Maßnahme um ein weiteres Jahr zu verschieben und sich auf lediglich unaufschiebbare Wege-Unterhaltungen zu beschränken.

(ho)
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