Familientag der Städteregion

Familientag der Städteregion : Natur zum Anfassen in Höfen

Die zehnte Auflage des Familientags der Städteregion Aachen am letzten Sonntag war eine gelungene Veranstaltung für Jung und Alt.

Als Austragungsort für das beliebte Familienfest hatte man das Nationalparktor Höfen ausgewählt, die Fäden der Organisation liefen bei Ivanka Lauscher, Mitarbeiterin der Monschau-Touristik, und Sabine Andres, Leiterin des Hauptamtes der Stadt Monschau zusammen. Unter dem Thema „Natur zum Anfassen“ konnten die großen und kleinen Gäste viel Interessantes erleben und erfahren.

Von 11 Uhr an herrschte reger Betrieb, und für die erste geführte Wanderung auf dem Wildnistrail fand sich eine starke Gruppe ein, man zählte 15 Kinder und 19 Erwachsene. An den zahlreichen Ständen gab es anschauliches Informationsmaterial zu unterschiedlichen Themen und viele Möglichkeiten zur Aktion. So wartete der Nationalpark Eifel mit einer sehr gefragten Werkstatt auf: Insektenhotels wurden gebaut, wobei ein Mitarbeiter den Kindern während ihrer konzentrierten Arbeit einiges Wissenswerte über Insekten erzählte. Mit einem Lötkolben durften die Kinder originelle Namensschilder auf Holzscheiben „zeichnen“.

Nebenan roch es nach Rauch: Da hatte „Blumammu“, der Steinzeitmensch, ein kleines Feuerchen entfacht – natürlich mit einem „Feuerstein“. Er erklärte der Gruppe, die sich um ihn versammelt hatte: „Das Eisen macht die Funken“ und demonstrierte mit trockenem Material – zum Beispiel Rohrkolbensamen –, wie rasch sich ein Waldbrand ausbreiten könnte. Was ein Zunderschwamm ist, erfuhren die Zuhörer und manch Interessantes über Ernährung und Kleidung in früheren Zeiten. Manch einer probierte eine Geschicklichkeitsfahrt auf einem Roller oder einem Einrad durch einen Parcours.

Für das Torjägerquiz musste man die Ausstellung im Nationalparktor besuchen und sie sehr aufmerksam betrachten, um den entsprechenden Fragebogen ausfüllen zu können. Es ging um Tierfelle, um Samen und Amphibien, um Vögel und Insekten. Die Biologische Station der Städteregion stellte ihre Projekte vor und konnte damit Kinder und Erwachsene ansprechen und zum Staunen bringen: Die Flussperlmuschel der Rur ist nicht ausgestorben, man konnte sie sogar unter dem Mikroskop betrachten. „Die letzten ihrer Art“ – so war diese Aktion überschrieben, und gerne ließen sich die Mitarbeiterinnen auf ein Gespräch ein. Sie erklärten, dass die Nachzucht von 200 Muscheln gelungen sei.

Auch das Thema „Müll“ wurde in beeindruckender Weise den Besuchern nahe gebracht: Die AWA Entsorgung GmbH lud zur Diskussion und zum Mitmachen ein unter dem Slogan „Müll nicht rum!“ Kinder wurden mit einer Greifzange ausgerüstet und sammelten um die Wette Müll ein: Büchsen, Plastikartikel und Tüten. Dabei wurden sie aufgeklärt, dass die Natur solche Stoffe nicht verwerten kann, und wie lange es dauern würde, bis sie diese Dinge zersetzt hätte. Dann zogen die Adler und Bussarde aller Augen auf sich: Mit ihrer imponierenden Flugschau zog die Greifvogelstation Hellenthal alle in ihren Bann.

Wer hungrig geworden war, fand in der Wanderstation ein verlockendes Kuchenbuffet vor. Dafür hatten die Eltern der Höfener Kindergartenkinder gesorgt; der Erlös ist für den Förderverein des Kindergartens bestimmt.

(ale)
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