Der Eifelverein weiht einen Baumschatz ein

Theißbaum in Kalterherberg : Der Eifelverein weiht einen „Baumschatz“ ein

Nach Schätzungen ist er bereits über 300 Jahre alt, rund 17 Meter hoch und hat einen Stammumfang von 3,50 Metern: der Theißbaum, eine Stieleiche in Kalterherberg.

Der Naturpark Nordeifel hat diesen Baum im vergangenen Jahr zum „Baumschatz“ erkoren. Am Samstag gab es dazu eine Veranstaltung vor Ort. Elfriede Conrads, Vorsitzende des Eifelvereins, und ihr Stellvertreter Hermann Mertens hielten Reden bis Vereinsmitglied Leo Nießen das Flatterband an der neuen Informationstafel durchtrennte.

Zum „Baumschatz“ werden nur Bäume erklärt, die besonders markant erscheinen. Der Theißbaum ist bereits im Jahr 1973 vom Kreis Aachen zum Naturdenkmal erklärt worden und steht daher schon lange Zeit unter besonderem Schutz. Der Baum wird regelmäßig inspiziert, darf nicht beschnitten werden, und sogar alle Bäume um ihn herum mussten gefällt werden, damit diese dem Theißbaum nicht die Sonne oder das Wasser zum Leben nehmen.

Nachdem die Anlage rund um den Theißbaum über die Jahre ein wenig verwahrloste, nahm sich im Jahr 2007 der Eifelverein Kalterherberg der Aufgabe zur Pflege an. Leo und Frank Nießen kümmern sich seither um die Anlage rund um diesen mystischen Baum. Um den Theißbaum ranken sich einige Sagen und Geschichten. Im Rahmen des Baumschatzes ging der Eifelverein Kalterherberg diesen auf den Grund, suchten Hinweise beim Kreis Aachen, der Stadt Monschau, dem Heimatverein, bei Zeitzeugen oder auch in den Kalterherberger Kirchenbüchern. „Und das einzige, was wir gefunden haben, ist dieser handgeschriebene Brief. Und an den heranzukommen war schon wirklich schwierig“, erzählt Elfriede Conrads.

Diesen Brief schrieb Karl Meyer aus Kleinfrankreich schätzungsweise in den 1950er Jahren. Er beschreibt darin, dass der Theißbaum „bei unseren Vorfahren als ein Gott geweihter Baum“ galt. Der einstige Besitzer des Landes rund um den Theißbaum soll dieses der Kirche vermacht und in seinem Testament gefordert haben, dass ein Altar zu Fronleichnam am Theißbaum errichtet werden und die Matthäus-Prozession zu diesem führen soll. Daher soll schließlich auch der Name Theißbaum stammen: Matthäus oder Matthias nennt man im ortsansässigen Dialekt „Theiß“.

Der Theißbaum liegt am rund acht Kilometer langen örtlichen Rund-Wanderweg mit der Nummer 53. Dieser führt von der Dorfmitte durch Felder und Wiesen bis hin zum Theißbaum, an dem Wanderer eine kleine Pause einlegen können. Denn seit kurzem befindet sich dort ein kleiner Rastplatz direkt neben dem Baum. Auch eine kleine Buchenhecke ziert das Areal als Windschutz – ganz charakteristisch für die Eifel.

(als)
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