Bauhaus-Idee: Sehenswertes im Monschauer Aukloster

Jahresausstellung des Kunstkreises Nordeifel : Was bleibt von der Bauhaus-Idee?

Bauhaus: Der Name steht für eine Stilrichtung, geprägt durch die Arbeit der 1919 von Walter Gropius begründeten Kunstschule in Weimar.

Mit dem Namen verbinden die meisten einen besonders sachlichen Stil in der Architektur, doch das Bauhaus hatte großen Einfluss weit darüber hinaus. Einfache, schmucklose Formen waren fortan angesagt, etwa im Design von Möbeln und anderen Gebrauchsgegenständen. Kühle Eleganz und Geradlinigkeit, die nicht zuletzt dem Zweck dienen sollte, Vorlagen für funktionelle und einfach herstellbare Produkte zu liefern – nach dem Prinzip „form follows function“.

Ein anspruchsvolles Thema für den Kunstkreis also, dessen Mitglieder aus der ganzen Region kommen, geeint von der Faszination für die raue Natur der Nordeifel. 16 Künstler zeigen in der Jahresausstellung jeweils mehrere Gemälde und teils auch Skulpturen, deren Beschäftigung mit dem Bauhaus sich nicht immer auf den ersten Blick erschließt, manchmal auch nicht auf den zweiten.

Gefordert ist so nicht zuletzt das Publikum, das sich von der Vielzahl an Stilen zunächst durchaus erschlagen fühlen darf. Wer sich dann mit der Arbeit der einzelnen Künstlerinnen und Künstler eingehender beschäftigt, der findet Sehens- und Bemerkenswertes. So etwa im Werk von Anke Burchardt-Sanchez: 100 quadratische Quilts hat die Lehrerin aus Rurberg für die textile Collage „Hundert“ an genau 100 Tagen genäht. Dabei greift sie ebenso wie in einer anderen großformatigen Arbeit die Formensprache des Bauhaus geschickt auf.

„Es ging uns darum, sich auf das Bauhaus zu beziehen, ohne den eigenen Stil deshalb aufzugeben“, erklärt der Vorsitzende Hilmar Weber. „Ist von der Bauhaus-Idee noch etwas in der bildenden Kunst zu entdecken? Fühlen sich Künstler heute durch die 100 Jahre alten Ideen noch inspiriert? Hier setzt unsere Ausstellung an.“

Michael Rath aus Jüchen verantwortet seit fünf Jahren die Hängung der Jahresausstellung. Ihm ist es wichtig, „dass sich die unterschiedlichen Stile bei einer Runde durch den Kreuzgang des Auklosters für den Betrachter abwechseln“. Langweilig wird der Besuch tatsächlich nicht. Da gibt es Surreales (Michael Rath) und Skurriles (Marion Theissen) oder auch rein Dekoratives (Nafisa Wilkens-Schykowski). Lange verweilen mag man vor den abstrakten Werken von Regina Vizbaras aus Monschau, deren Bilder Farbexplosionen gleichen. Nüchtern ist anders. 100 Jahre nach seiner Gründung ist die Strahlkraft des Bauhaus offenbar begrenzt. Auch das ist eine Erkenntnis.

Wer sich mit den Werken auseinandersetzen will, der kann bis zum 22. September die Ausstellung im Monschauer Aukloster besuchen. Öffnungszeiten: dienstags bis freitags von 13 bis 18 Uhr, sowie an Wochenenden von 11 bis 18 Uhr. Am Freitag wird die Ausstellung um 19 Uhr eröffnet. Die Laudatio hält Josef Gülpers, der Eintritt ist frei.