Ausstellung von Peter Stollenwerk im Aukloster eröffnet

Vernissage : Das Monschau-Festival im Fokus der Kamera

Die große Opernsängerin Anna Maria Kaufmann steht mit verschränkten Armen im weißen Kleid auf der Bühne, wenige Meter weiter ist der britische Jazz-Musiker Chris Barber zu sehen, wie er mit geschlossenen Augen in die Posaune bläst, und in der Nähe des Eingangs hängt Alain Parsons und starrt die Besucher der Ausstellung im Kreuzgang des Auklosters in Monschau mit stierenden Augen an.

Diese und andere Momente zeigt die Fotoausstellung „20 Jahre Monschau-Festival“ von Peter Stollenwerk, die am Sonntag eröffnet wurde. Rund 70 Personen waren zur Vernissage in das Aukloster gekommen, wo sie von Bürgermeisterin Margareta Ritter begrüßt wurden. Zuvor hatte der Pianist Gero Körner die Besucher musikalisch eingestimmt.

„Wir schauen auf eine bewegte Zeit zurück, die sich in Fotografie festhalten hält“, sagte Ritter und ließ die Geschichte des Festivals kurz Revue passieren. Dabei erinnerte sie insbesondere an die Initiative des Monschauer Unternehmers und heutigen Ehrenbürgers Hans Georg Weiss, der unter dem Begriff „Monschau-Klassik“ seiner Version einer kulturell herausragenden Veranstaltungsreihe mit großen Werken aus der Welt der Oper Ausdruck verleihen wollte.

Mit dieser Ausstellung wolle man auch den Dank für diese Initiative ausdrücken, erklärte die Bürgermeisterin. Dafür habe man Peter Stollenwerk gefragt, weil der langjährige Zeitungsredakteur ein Begleiter der Region sei und die Geschichte des Festivals von den Entstehungstagen bis heute dokumentiert habe. Außerdem würden Stollenwerk einige Besonderheiten auszeichnen. Er sei ein Menschenfreund, ein leiser Mensch, der nicht gerne im Mittelpunkt stehe, aber nun in diesen gerückt werde, sagte Ritter und betonte: „Wenn er nicht zugesagt hätte, hätten wir es nicht gemacht.“

Auch ohne die Unterstützung durch Guido Braun von der Mon-Art Galerie wäre diese Ausstellung nicht möglich gewesen, sagte Ritter und wies auf die besonderen Herausforderungen bei der Hängung der Bilder im Aukloster hin. Ebenso dankte die Bürgermeisterin denen, die sich in vielfältiger Form für das Festival auf der Burg eingesetzt haben.

Peter Stollenwerk ging in seiner Rede ebenfalls auf die Historie des Festivals ein und teilte mit den Besuchern einige seiner Erinnerungen. Er sprach von der ersten Pressekonferenz, bei der Hans Georg Weiss seine Vision vorstellte und von der auch ein Foto in der Ausstellung zu finden ist. Er erinnerte an die erste Opernaufführung im Sommer 2000 und die Herausforderungen für die Veranstalter. „Ich hoffe nun, dass sich viele dieser emotionalen Momente in der Foto-Dokumentation widerspiegeln und der eine oder andere Besucher sich vielleicht wiederfindet“, sagte Stollenwerk und dankte der Monschau-Touristik für die Realisierung dieser Ausstellung und die Organisation der Vernissage sowie Guido Braun für die praktische Unterstützung bei der Konzeption und Präsentation.

Da ein Bild aber ja bekanntlich mehr als 1000 Worte sagt, hatten die Besucher anschließend Gelegenheit, die Ausstellung bei Klavierklängen von Gero Körner zu erkunden und in über 100 Fotos die großen und kleinen Momente der Festival-Jahre 2000 bis 2018 zu entdecken und mit den Augen des Fotografen Peter Stollenwerk zu sehen.

Dazu gehört zum Beispiel die farbenfrohe Abba-Show, die im Jahr 2010 in Monschau über die Bühne ging und hier völlig reduziert als Schwarz-Weiß-Aufnahme präsentiert wird, auf der eigentlich nur die Schatten von Personen im Scheinwerferlicht zu erkennen sind. Heino ist mal im Publikum und mal auf der Bühne zu entdecken. Und auch das Geschehen abseits der Bühne wird beleuchtet. Etwa während der Proben für die Oper Nabucco, als sich eine Sängerin auf einem mächtigen Thron niedergelassen hat. Ihren Kopf stützt sie mit der Hand und scheint genervt zu sein.

Eine Schwarz-Weiß-Aufnahme aus den Proben für die Oper Rigoletto im Jahr 2001 erinnert an eine Szene aus einem Abenteuerfilm. Ein Ensemble von Instrumentenkoffern wirkt wie eine Ansammlung von Kreuzen oder Särgen. Das Orchester ist beim Einspielen zu sehen und die Mitarbeiter des Bauhofs beim Aufbau der Tribüne. Der ehemalige Feuerwehrchef sowie der ehemalige Bürgermeister der Stadt Monschau, Theo Steinröx, stehen zusammen und scheinen zu diskutieren. Manfred Mann, Les Holroyd, Albert Hammond und viele andere Stars, die im Lauf der Jahre in Monschau auf der Bühne standen sind hier ebenso versammelt. Die Lieblingsaufnahme des Fotografen zeigt aber eine Szene aus der Oper „Romeo und Julia“. Vor dem wuchtigen Burggemäuer steht eine kleine Frau auf einem Podest und breitet die Arme aus. „Das hat Spannung und Dramatik“, sagt Stollenwerk.

Wer sich selbst einen Eindruck verschaffen und eine Zeitreise durch die 20-jährige Geschichte des Monschau-Festivals erleben möchte, hat noch bis zum 25. August Gelegenheit dazu.