100 Prozent Zustimmung für Kandidatur von Margareta Ritter

Kandidatur von Margareta Ritter : Eine emotionale Krönungsmesse in Mützenich

Am Ende sind es 100 Prozent Zustimmung. Der Monschauer CDU-Vorsitzende Micha Kreitz lacht, murmelt etwas von „kommunistischen Ergebnissen“ und Konrad Adenauer, überlässt Margareta Ritter dann aber schnell ihrem Applaus.

Die Bürgermeisterin wird für ihre Partei im kommenden Kommunalwahlkampf erneut kandidieren – mit so viel Rückenwind wie noch nie.

Sie genießt diesen „Moment der Freude“ bei der Mitgliederversammlung im Mützenicher Schützenhaus eher still und betont, „dass dieses Ergebnis enorm motiviere und vor allem die Einheit der Monschauer CDU“ demonstriere. Vor genau elf Jahren war die heute 57-Jährige an gleicher Stelle zum ersten Mal zur Bürgermeisterkandidatin gewählt worden. Eine kleine Findungskommission hatte sie vorgeschlagen, wie sich der Monschauer CDU-Ehrenvorsitzende Alexander Lenders in seiner Ansprache erinnert.

Ritter verschweigt am Mittwochabend nicht, dass dieser Anfang für sie als Simmeratherin zunächst nicht immer leicht gewesen sei. Doch diese Zeiten sind längst passé. Die Monschauer Parteibasis hat Ritter ganz tief ins Herz geschlossen. Das beweist die emotionale „Krönungsmesse“ in Mützenich eindrucksvoll. Uli Kühn, Ortsvorsteher im Venndorf, beschreibt die Bürgermeisterin als geradlinig und authentisch, den Menschen stets mit viel Empathie zugewandt: „Du hast das Vertrauen der Monschauer wie kein anderer verdient!“

Der Kreisvorsitzende Hendrik Schmitz ergänzt, Ritter wisse nur zu gut, dass Politik nur funktionieren könne, wenn man mit den Menschen rede. „Sie hat ein großes Herz und einen klaren Horizont.“ Es gebe in der Politik gute Sanierer und gute Gestalter, sagt der Ehrenvorsitzende Lenders. „Es ist die große Kunst von Margareta Ritter, dass sie beide Eigenschaften in sich vereint.“ Schließlich habe die Stadt unter ihrer Führung die Haushaltslöcher geschlossen und gleichzeitig enorm investiert. Auch Lenders erwähnt die Menschlichkeit der Kandidatin, die auch die kleinen Nöte der Menschen vor Ort sehe und sich stets kümmere. „Dabei ist sie immer ehrlich und verspricht nicht immer jedem alles – auch wenn das vielleicht zunächst einfacher wäre.“

Bei so viel Lob und Herzlichkeit kommt Ritter in ihrer Bewerbungsrede aus dem Strahlen nicht mehr heraus. Sie zieht nach zehn Jahren im Amt eine überaus positive Bilanz: „Wir haben auch in schwierigen Zeiten Führungsverantwortung übernommen. Seit 2017 haben wir in Monschau wieder ausgeglichene Haushalte.“ Dieser Prozess sei nicht ohne Schmerzen und Verluste durchzusetzen gewesen. „Es ist immer leichter, Geschenke zu versprechen und zu verteilen.“

Trotz des Spardrucks habe die Stadt seit 2014 immerhin 16 Millionen Euro ohne neue Kreditaufnahme in die Infrastruktur gesteckt. Ritter nennt den Breitbandausbau, die Sanierung des Rursammlers in der Altstadt, die Gewerbegebietserweiterung, die Sportstättensanierung, Verbesserungen im Busverkehr und Investitionen in Schulen und Kitas. Dabei habe sich die Einigung mit der Nachbarkommune Simmerath ausgezahlt: „Gemeinsam konnten wir die Förderschule retten, die Sekundarschule aufbauen und haben mehr als vier Millionen Euro in das St.-Michael-Gymnasium investiert.“

Ritter richtet anschließend den Blick in die Zukunft und wendet sich an die Vertreter aus den einzelnen Monschauer Dörfern. In Höfen etwa gelte es, den Grundschulstandort zu erhalten. Außerdem werde sie die Entwicklung am Ortsausgang – Stichwort Norma-Ansiedlung – „nachbarschaftlich verträglich und wirtschaftlich darstellbar unterstützen“. In Imgenbroich gelte es, neue Qualitäten zu schaffen, um den Wirtschaftsstandort zu stärken. In Kalterherberg werde die Stadt ganz auf Tourismus setzen und dabei helfen, eine neue Bestimmung für die ehemalige Grundschule zu finden. Auch Mützenich werde mit dem künftigen Aussichtsturm stärker vom Fremdenverkehr profitieren.

Stichwort Tourismus: Für Ritter spielt er eine zentrale Rolle in ihrer Wirtschaftsplanung, wobei die Strahlkraft der historischen Altstadt entscheidend sei. Ihr Motto lautet: „Monschau ist einzigartig – und soll es auch bleiben.“ Es ist eine umfangreiche Bewerbungsrede, Ritter redet viel länger als die jedem Kandidaten mindestens zustehenden zehn Minuten. Allerdings gibt es an diesem Abend auch keinen Gegenkandidaten. Trotz aller Geschlossenheit will die CDU aber den Eindruck vermeiden, ein reiner Bürgermeisterinnen-Wahlverein zu sein.

Der Partei- und Fraktionsvorsitzende Micha Kreitz betont mehrfach die Vielfalt der Partei und stellt klar: „Natürlich streiten und diskutieren wir auch untereinander. Es wäre schlimm, wenn das nicht geschähe – denn ohne Diskussion kann sich eine Partei nicht weiterentwickeln.“ Die Monschauer Christdemokraten zeichne jedoch aus, dass man in den entscheidenden Punkten stets an einem Strang ziehe.

Nach der Wahl der Spitzenkandidatin werde die Partei nun sukzessive ein „starkes Team zusammenstellen“. Dies werde man am 12. März kommenden Jahres gemeinsam mit dem Wahlprogramm bestimmen. Das Ziel sei klar: „Wir haben mit Margareta Ritter den Anspruch, die absolute Mehrheit zu verteidigen.“