Monschau: Monschau wird zur tanzenden Stadt mit Festival „Danse en Ville“

Monschau: Monschau wird zur tanzenden Stadt mit Festival „Danse en Ville“

Zwei kulturelle Ereignisse mit Unterstützung der Städteregion Aachen machen Monschau am Samstag, 18. August, zu einem lohnenden Ausflugsziel. Tanzperformances, die unter freiem Himmel Straßen, Plätze, Denkmäler sowie Häuserfassaden zur Bühne und Kulisse gleichermaßen machen.

Mit diesem Konzept bringt das Festival „Danse en Ville“ („Tanzende Stadt“) bereits zum 14. Mal die Euregio in Bewegung. Die 1977 gegründete Compagnie Irene K. ist die treibende Kraft hinter dieser Veranstaltungsreihe, die in diesem Jahr sieben deutsche und belgische Städte bespielt.

Der Auftakt am Samstag, 18. August, 12 Uhr, verschmilzt in Monschau mit der gleichzeitigen Eröffnung der SHIFT-Kabinettausstellung von Florian Beckers im Kunst- und Kulturzentrum (KuK) der Städteregion an der Austraße 9. Der Folkwang-Absolvent ist als Fotograf, Künstler und Hochschuldozent für Fotografie und digitale Medien tätig. Sein Lebensmittelpunkt befindet sich in Düsseldorf, seine Arbeit genießt weltweit Ansehen.

Auf der Liste an Gruppen- und Einzelausstellungen finden sich als Stationen zum Beispiel Photo L.A. (Los Angeles/USA), Arte Lisboa (Portugal), Artfair Arnheim (Niederlande), das Technical Museum of Slovakia (Košice/Slowakei) und das Regionalmuseum Xanten. Unter anderem der PhotoVision-Preis und der Staatspreis NRW würdigen sein Werk.

Auf der zweiten Etage des KuK zeigt Florian Beckers bis Sonntag, 16. September, unter dem Titel „before and after“ sieben Arbeiten, deren Gegenstand und Gestaltungsmittel zugleich Licht und Schatten sind. Die Fotografien entstehen aus der Dunkelheit und verschwinden teilweise wieder in ihr, erzählen mit einer Momentaufnahme Geschichten, die Assoziationen provozieren. „Das Bild erschließt sich erst in der Wahrnehmung des Betrachters, muss durch seine Vorstellungskraft vollendet werden“, beschreibt der Künstler es selbst.

Parallel ist in den unteren Räumen ebenfalls bis 16. September die Haupt-Ausstellung „Europäer“ mit Werken des genialen französischen Fotografen und Magnum-Agentur-Mitgründers Henri Cartier-Bresson (1908-2004) zu sehen. „Cartier-Bresson war immer Vorbild und Inspirationsquelle für meine eigene Arbeit“, sagt Florian Beckers, „er gehört mit seiner Maxime des entscheidenden Augenblicks zu einer der wichtigsten Positionen der modernen Fotografie.“

Er sieht Bezug zwischen beiden Ausstellungen: „Im Gegensatz zu den Fotografien von Cartier-Bresson zeigen meine Arbeiten weniger den Höhepunkt eines Ereignisses, vielmehr ist das Dargestellte Hinweis auf ein Davor oder Danach.“

Der Eintritt zum KuK ist ebenso wie für „Danse en Ville“ frei, und Initiatorin Irene Kalbusch nimmt die langjährige Kooperation mit der Städteregion Aachen zum Anlass, gleich vor der KuK-Tür das durch die regionale Kulturförderung des Landes NRW unterstützte Festival beginnen zu lassen.

Zwei Gast-Ensembles

Neben ihrer eigenen Compagnie treten zwei Gast-Ensembles in Monschau auf: die Tanzcompagnie Gießen und Cuenca/Lauro. Aus Hessen reisen Maria Adriana Dornio und Sven Krautwurst an, die sich in der Choreographie „Two Tone“ von Tarek Assam mit Wellen beschäftigen. Sie interpretieren diese als sich ausbreitende Schwingungen, die sie mit ihren Körpern aufgreifen und verarbeiten. Elisabetta Lauro selbst hat die Choreographie „(zero) exerpt“ erdacht, in der sie mit César Augusto Cuenca Torres den Nullpunkt als pure Präsenz und Wurzel einer formlosen Realität erkundet.

Die Compagnie Irene K. entsendet derweil Anaïs Van Eycken und Hiroshi Wakamatsu, damit sie unter dem Titel „Alternances“ mal mit Samtpfoten, mal mit Krallen einander erkunden und Launenhaftigkeit ausdrücken.

„Allein diese drei Performances schon machen die enorme Bandbreite erlebbar, die das Festival auch in seiner 14. Auflage prägt“, freut sich KuK-Leiterin Nina Mika-Helfmeier bereits auf das Gastspiel am Samstag, 18. August, ab 12 Uhr in Monschau.

Sie verweist auf die Folge-Termine der „Tanzenden Stadt“ in Arnsberg (Sonntag, 19. August, 14.30 Uhr, Ruhrterrassen), Durbuy (Sonntag, 26. August, 15 Uhr, Altstadt), Düren (Donnerstag, 30. August, 17 Uhr, Kaiserplatz), Herzogenrath (Freitag, 31. August, 16 Uhr, Ferdinand-Schmetz-Platz), Verviers (Samstag, 1. September, 15 Uhr, Esplanade) und Eupen (Sonntag, 2. September, 15 Uhr, Scheiblerplatz) mit variierendem Programm.

Ensembles aus Frankreich, Brasilien, Portugal, Burkina Faso, Spanien und Singapur, aber auch regionale Künstler gestalten „Danse en Ville“ mit.

Alle Informationen dazu gibt es im Internet unter www.irene-k.be, Näheres zu KuK und SHIFT unter www.kuk-monschau.de und www.shift-photo.com.

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