Monschau: Monschau will mit Nachbarn beim Gewerbegebiet zusammenarbeiten

Monschau : Monschau will mit Nachbarn beim Gewerbegebiet zusammenarbeiten

Aus Bürgerkreisen ist immer wieder einmal der Ruf nach mehr Zusammenarbeit unter den drei Nordeifelgemeinden zu vernehmen. So wurde vor Jahren der Wunsch geäußert, statt zwei kleiner Schwimmbäder in Monschau und Simmerath ein größeres gemeinsames an der Schnittstelle beider Kommunen zu bauen, woraus bekanntlich nichts wurde.

Nicht nur in sozialen Netzwerken wird häufig gefragt, ob man mit einem gemeinsamen Rathaus und einer „Nordeifel-Verwaltung“ nicht große Synergieeffekte erzielen und viel Geld sparen könnte, doch auch das wird wohl ein frommer Wunsch bleiben. In puncto gemeinsame Sache bei Gewerbeansiedlungen jedoch ist nun zumindest ein Silberstreif am Horizont zu erkennen. Der Monschauer Stadtrat stimmte jetzt den Planungen zur Entwicklung eines interkommunalen Gewerbegebietes zu und legitimierte die Bürgermeisterin, eine entsprechende Erklärung zu unterzeichnen und mit den Nachbargemeinden Roetgen und Simmerath diesbezügliche Gespräche zu führen.

Ausgegangen ist die Initiative für mehr Kooperation in Sachen Gewerbeansiedlung von der Städteregion Aachen. Die zehn städteregionalen Kommunen erarbeiten unter fachlicher Begleitung der Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer (AGIT) zurzeit das städteregionale Gewerbeflächenkonzept. Es soll als Fachbeitrag im Rahmen der Regionalplanüberarbeitung Ende 2018 bei der Bezirksregierung Köln vorgelegt werden.

Die gesamtregionale Betrachtung der Flächenbedarfe und -angebote soll die Gewerbeflächennachfrage nachhaltig decken. Gemäß Empfehlungen der AGIT sollen dabei die Kommunen Monschau, Roetgen und Simmerath als stärker ländlich strukturierte Kommunen mit ihren spezifischen Bedarfen künftig in der Gewerbeflächenentwicklung enger zusammenwirken. Diesbezüglich noch bestehende Herausforderungen müssten angegangen und Formen einer interkommunalen Gewerbegebietsentwicklung geprüft werden, so die Verwaltung.

Mit einer von allen Bürgermeistern der zehn Städte und Gemeinden zu unterzeichnenden Erklärung soll der Weg für einen interkommunalen Arbeitsprozess vorbereitet werden. Das positive Votum aller Kommunen vorausgesetzt, hat die Städteregion Aachen die Bereitschaft signalisiert, die notwendigen Finanzmittel und organisatorischen Voraussetzungen hierfür bereitzustellen.

Flächen an der L106

In Anbetracht der angrenzenden Naturschutzgebiete oder sonstigen ökologischen Gegebenheiten, der topographischen Geländeverhältnisse und insbesondere der Abstände zu schützenswerten Wohn- und Baugebieten seien Erweiterungen der bestehenden Gewerbegebiete in verkehrlich gut angebundener Lage in Imgenbroich/Konzen nur äußerst schlecht geeignet, um den von der AGIT ermittelten Gewerbeflächenbedarf — auch für stärker emittierende Gewerbebetriebe — von rund 11,1 Hektar bis 2035 abbilden zu können, merkte die Verwaltung dazu an. Auch eine Lage am Rande von Wohnbaugebieten sei

nicht zielführend, wie Hinweise des Oberverwaltungsgerichts im Falle des Bebauungsplan Imgenbroich „Nord-West“ gezeigt hätten. Seitens der Verwaltung wird daher die Entwicklung eines interkommunalen Gewerbegebietes, wie es im zurzeit gültigen Regionalplan bereits textlich aufgeführt ist, im Bereich der Landesstraße 106 (Blumgasse) zwischen Konzen und Am Gericht auf Monschauer Seite vorgeschlagen.

Der Monschauer Stadtrat begrüßte in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause die Initiative einer interkommunalen Zusammenarbeit bei den Gewerbeflächen grundsätzlich, und Gregor Mathar (SPD) lobte ausdrücklich den vorgeschlagenen, „sehr ansprechenden und geeigneten Standort“, wies aber auf die Langfristigkeit des Unterfangens hin.

In die konkrete Planung werde man sicherlich erst in der nächsten Legislaturperiode einsteigen, sagte auch Bürgermeisterin Margareta Ritter, und CDU-Sprecher Micha Kreitz sprach von einer „Weichenstellung für Jahrzehnte, die wohl erst 2030 oder 2035 in die Umsetzung geht“. Und mit einem Augenzwinkern ergänzte Werner Krickel (Grüne): „Ich denke, dass die meisten hier dann nicht mehr an diesem Tisch sitzen werden...“

(hes)
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