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Drüsiges Springkraut: Monschau und Roetgen rupfen für den Naturschutz

Drüsiges Springkraut : Monschau und Roetgen rupfen für den Naturschutz

Die Biologische Station, die Stadt Monschau, die Ortsgruppe der Grünen in Roetgen und die Städteregion Aachen bitten um Hilfe am 13. August.

Am Samstag, 13. August, geht es dem Drüsigen Springkraut wieder an den Kragen. Die Biologische Station und die Städteregion Aachen als Untere Naturschutzbehörde rufen bereits zum dritten Mal in Folge gemeinsam zur Veranstaltung „Monschau rupft“ auf. Alle die Zeit haben zu helfen sind entweder ab 9 Uhr am Menzerather Weiher in Monschau oder ab 10 Uhr am Parkplatz Schleebachbrücke in Roetgen willkommen.

Damit das Springkraut endgültig aus der Stadt Monschau verschwindet, müssen auch die Flächen um den Menzerather Weiher vom Springkraut befreit werden. Bei dem Drüsigen Springkraut handelt es sich um eine invasive Pflanze, welche in der heimischen Natur sich rasant ausbreitet und das Wachstum anderer Pflanzen oftmals unterdrückt. Die Bestände am Menzerather Weiher konnten in den ersten beiden Jahren bereits gut zurückgedrängt werden. Durch die Langlebigkeit der Samen im Boden (bis zu sieben Jahre) ist ein erneutes Rupfen dringend nötig um schon bald den Menzerather Weiher „springkrautfrei“ zu bekommen.

„Roetgen rupft“ geht in erste Runde

Dieses Jahr ist auch Roetgen dabei. Bestände im Wald und im Ort sollen zum ersten Mal bekämpft werden. Der Treffpunkt ist in Roetgen der Parkplatz Schleebachbrücke. Von hier aus werden sich verschiedene Kleingruppen zum gemeinsamen Rupfen auf den Weg machen. Die Biologische Station und die Ortsgruppe der Grünen hoffen auf zahlreiches Erscheinen zum gemeinsamen Kampf gegen das Drüsige Springkraut.

Gemeinsam werden die Pflanzen gerupft – eine leichte Arbeit, bei der jeder, ob jung oder alt, helfen kann. Für Verpflegung wird gesorgt. An festes Schuhwerk und wettergerechte Kleidung (Sonnen/Regenschutz) sollte gedacht werden. Eine Anmeldung ist unbedingt auf der Internet-Seite der Biologischen Station: www.bs-aachen.de unter der Rubrik Veranstaltungen erforderlich. Die Mitarbeiter der Biologischen Station, der Städteregion Aachen, der Ortsgruppe der Grünen in Roetgen und der Stadt Monschau freuen sich auf ein gemeinsames Rupfen in netter Gesellschaft.

Hintergrund

Seit einigen Jahren kämpfen die Biologische Station Städteregion Aachen (BSAC) und die Untere Naturschutzbehörde (UNB) der Städteregion gegen die rasante Ausbreitung von invasiven Pflanzen an. In der Nordeifel sind damit vor allem der Riesen-Bärenklau, das Drüsige Springkraut und der Japanische Staudenknöterich gemeint. Das sind Pflanzen, die aus anderen Ländern nach Deutschland gebracht wurden, zum Beispiel als Bienenweiden oder um unsere Gärten mit ihren hübschen Blüten aufzuwerten. Doch schnell nahmen diese wuchskräftigen Pflanzen überhand. Gemeinsam mit dem übrigen Grünschnitt werden sie aus den Gärten oft in der freien Natur entsorgt. Hier jedoch breiten sie sich über Samen, Spross- oder Wurzelreste rasant aus. In der Folge kann man heutzutage an vielen Stellen ganze Wälder oder Wiesen flächig bedeckt mit Riesen-Bärenklau, Springkraut oder Staudenknöterich vorfinden. Gleichzeitig bringen diese invasiven Pflanzen Schäden für Natur, Landschaft und Mensch mit sich.

So verursacht der Riesen-Bärenklau bei Berührung schmerzhafte Verbrennungen bei Mensch und Tier. Der Japanische Staudenknöterich dringt mit seinen Wurzeln in Mauern und Asphalt ein und sprengt diese auseinander, was zu hohen Sanierungskosten führt. Das Drüsige Springkraut verbreitet sich stark vor allem entlang von Gewässern. Dadurch haben heimische Pflanzen oft keine Chance mehr zu wachsen und heimische Insekten finden kaum Nahrung. Im Raum Monschau vermehrt sich das Drüsige Springkraut zum Beispiel entlang des kleinen Laufenbachtales und der Eschbachstraße bis in die Rur und verbreitet sich von dort aus Rurabwärts bis auf Simmerather Gebiet.

Seit 2018 entfernt die Biologische Station im Rahmen des EU-geförderten „Life“-Projektes „Patches & Corridors“ das Drüsige Springkraut aus Belgenbach-, Kluckbach-, Holderbach- und Tiefenbachtal. Die Stadt Monschau entfernt das Drüsige Springkraut aus einigen Zuflüssen der Rur und entlang der Eschbachstrasse. Es gibt jedoch eine Vielzahl nicht städtischer Flächen auf denen weder die Stadt Monschau noch die Biologische Station das Springkraut bekämpfen kann – zum Beispiel rund um den Menzerather Weiher.

(red)