Nordeifel: Monschau: Überlegung zur Zusammenlegung der Grundschulstandorte

Nordeifel: Monschau: Überlegung zur Zusammenlegung der Grundschulstandorte

„Kurze Beine, kurze Wege”. Über Jahrzehnte war diese Formel die Vorgabe für die Schulentwicklungsplanung im Primarbereich für den ländlichen Raum. Kurze Beine, kurze Wege - diese Losung besagte, dass Kinder am Anfang ihrer Schullaufbahn möglichst wohnortnah unterrichtet werden sollten, also ohne weite Wege im Bus zurücklegen zu müssen.

Das System der guten alten Dorfschule, die auch ein Teil des Dorflebens ist, begann mit rückläufigen Geburtenzahlen bereits in den 70er Jahren zu bröckeln. So manches Dorf „verlor” seine Grund- oder Volksschule, wie sie damals teils noch genannt wurde: die Dörfer am Rursee, Huppenbroich und Eicherscheid, Strauch und Rollesbroich in der Gemeinde Simmerath, Rott, Rohren und selbst die einstige Kreisstadt Monschau verloren den Status als Grundschul-Standort mit der Folge, dass die Kinder ins benachbarte Dorf oder gar noch weiter zur Schule fahren mussten.

Es blieben bis weit in die erste Dekade des neuen Jahrtausends in der Nordeifel vier Simmerather Schulen (Kesternich, Steckenborn, Lammersdorf und Simmerath selbst), deren fünf in der Stadt Monschau (Kalterherberg, Mützenich, Imgenbroich, Konzen und Höfen) und die große Gemeinschaftsgrundschule in Roetgen sowie die Katholische Grundschule in Schmidt übrig. Doch die nächste Veränderung ließ - zumindest in Monschau - nicht lange auf sich warten. Zwar beließ man es - vorerst - bei den genannten fünf Schulstandorten, legte aber die Einrichtungen in Mützenich und Kalterherberg sowie in Konzen und Imgenbroich schulorganisatorisch zu jeweils einer Grundschule zusammen.

Begleitet von der Diskussion um das künftige Schulangebot im Sekundarbereich, hatte der Monschauer Schulausschuss in seiner jüngsten Sitzung den Tagesordnungspunkt „Perspektiven Grundschulstandorte” auf der Agenda stehen. „Da die Geburtenzahlen weiterhin rückläufig sind, besteht mittelfristig weiterer Handlungsbedarf bezüglich der Grundschulstandorte. Der Erhalt aller fünf Grundschulstandorte ist aus schulorganisatorischer Sicht auf Dauer schwierig. Die Erfahrung und Studien zeigen, dass kleinere Grundschulen öfter ungünstige Voraussetzungen für eine zielführende Schulorganisation haben, die selbst mit zusätzlichen Ressourcen nicht immer vollständig kompensiert werden können. Im Vergleich zu größeren Schulen ist es für sie schwieriger, die Schul- und Unterrichtsentwicklung voran zu bringen, die gesamte fächerspezifische Bandbreite abzudecken, ein zur Sicherung der Unterrichtsversorgung und kontinuierlichen Klassenleitungen erforderliches ausgewogenes Verhältnis von Vollzeit- und Teilzeitkräften zu erzielen und auf kurzfristige Ausfälle von Personal zu reagieren”, führte die Stadtverwaltung dazu aus.

„Auch wenn wir zunächst die Veränderungen bei den weiterführenden Schulen zu meistern haben, möchten wir das Thema heute schon anstoßen, da die öffentliche Diskussion dazu schon begonnen hat”, erklärte Bürgermeisterin Margareta Ritter, unterstrich aber, dass man erst im kommenden Kalenderjahr in die konkrete Grundschulentwicklungsplanung einsteigen werde. Eine noch festzulegende Arbeitsgruppe, so beschloss der Schulausschuss einstimmig, soll dann „eine entsprechende Konzeption mit Ablaufplanung/Kostenprognosen et cetera. zu den Möglichkeiten einer organisatorischen und räumlichen Grundschulentwicklungsplanung unter Berücksichtigung der Zusammenführung aller Grundschulstandorte” vorlegen.

Ob diese Zusammenführung, wie schon von der CDU konkret vorgeschlagen, am Standort der heutigen Elwin-Christoffel Realschule erfolgen kann und soll, hängt auch vom Fortgang der Planungen bei den weiterführenden Schulen ab. Nachdem am Dienstag in Monschau und Simmerath beschlossenen Konzept stünde das Realschulgebäude nach der zweijährigen Sekundarschul-Startphase ab 2015/16 leer, könnte also nach entsprechendem Umbau ab etwa 2016 als Gemeinschaftsgrundschule genutzt werden. Die SPD hatte auch die Hauptschule, die ja möglicherweise schon ab kommendem Schuljahr leer stehen wird, ins Gespräch gebracht.

Meinungen und weitere Aspekte einer Zusammenlegung der Grundschulen werden wir in einem weiteren Teil unserer „Schul-Perspektiven” veröffentlichen.

Mehr von Aachener Zeitung