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Monschau: Monschau steigt um auf Recyclingpapier

Monschau : Monschau steigt um auf Recyclingpapier

Die Stadt Monschau wird demnächst für ihre Amtsgeschäfte umweltfreundliches Recyclingpapier verwenden.

Ein entsprechender Antrag der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen fand nun die Zustimmung der CDU-Mehrheitsfraktion sowie der übrigen Parteien im Umwelt-, Forst- und Agrarausschuss.

Betroffen ist davon nicht nur die Stadtverwaltung selbst, sondern sind auch die drei weiterführenden Schulen und fünf Grundschulen der Stadt. Über die insgesamt zehn Kopierer in diesen Einrichtungen (die Verwaltung verfügt über zwei) werden jährlich rund 1,6 Millionen Kopien gefertigt, wie die Verwaltung berichtete; hinzu kommt Papier für Telefax-Geräte und Drucker. Bislang verwendet die Stadt Monschau nur Briefumschläge und Versandtaschen (außer für Glückwunschschreiben) in Recyclingqualität.

Der Verwaltung aber kam der Grünen-Antrag vom 19. Oktober ein wenig plötzlich, man müsse den Einsatz von Recyclingpapier zunächst kostenmäßig analysieren und mit Geräteherstellern und Papierlieferanten die Risiken erörtern, hieß es in der Vorlage. Dazu hatte die Verwaltung die Gegenargumente der letzten Ratsdiskussion vor über zehn Jahren aufgelistet.

„Wiederlegbar”

Das aber rief Renate Krickel auf den Plan: „Das ist eine Sammlung alter Argumente, die heute überhaupt nicht mehr gültig und einzeln widerlegbar sind”, so die Grünen-Sprecherin. So sei der Hinweis, Recyclingpapiere seien nicht archivierbar, „völliger Blödsinn”, außerdem müsse ja „nicht jede Sitzungsvorlage 100 Jahre aufbewahrt werden”, so Krickel, „und wenn doch, dann reiche es, wenn man ein Exemplar auf Zellstoffpapier archiviere.

Auch die erhöhte Störanfälligkeit der Kopiergeräte wegen Staub- und Faserbildung sei längst Geschichte, Umwelt-Papier der Marke „Blauer Engel” beispielsweise erfülle die DIN, um auf jedem Drucker, Kopierer und Fax verwertet werden zu können.

Ammenmärchen

Ebenso sei ein höherer Tintenverbrauch auf Recyclingpapier heute längst ein Ammenmärchen, wusste Krickel. Und weniger repräsentativ oder „nicht ansprechend” seien Schreiben auf umweltfreundlichem Papier heute auch nicht mehr.

Ob Recyclingpapier teurer sei, dies sei letztlich nur eine Sache der Ausschreibung, riet Renate Krickel zum Vergleich, und Klaus Pinhammer (Bürgerforum 21) regte an, gemeinsam mit anderen Behörden, beispielsweise den Nachbarkommunen oder dem Kreis Aachen Papier einzukaufen.

Auch Freddy Bauer (CDU) stellte fest, dass Recyclingpapier heute nicht mehr das alternative Äußere von einst habe, sondern für alle Amtsgeschäfte bestens geeignet sei. Die Restbestände des Zellstoffpapiers gelte es noch aufzubrauchen, dann solle die Verwaltung „ohne weitere Prüfung” auf Recyclingpapier umsatteln.

Bürgermeister Theo Steinröx aber erklärte, das man dennoch zumindest sicher gehen müsse, dass die vorhandenen Geräte in der Verwaltung und in den Schulen durch das Recyclingpapier nicht beschädigt würden. Renate Krickel hatte derweil zur Arbeitserleichterung für die Verwaltung gleich eine Broschüre mitgebracht mit Vertrags- und Ausschreibungsunterlagen und Adressen von Papierlieferanten. Das repräsentative Heftchen war - natürlich - auf Recyclingpapier gedruckt.