Konzen: Monschau Marathon: Glücksmomente und Gänsehautgefühle

Konzen: Monschau Marathon: Glücksmomente und Gänsehautgefühle

Sie wird als etwas Besonderes in die 36-jährige Geschichte des Monschau Marathon eingehen, die 36. Auflage der größten Sportveranstaltung im Monschauer Land. Nicht nur, dass es den lange und heiß ersehnten Sieg eines einheimischen Läufers im Hauptlauf gab und obendrein zwei Frauen aus der Eifel die strahlenden Siegerinnen des Tages waren.

Auch sonst gab es reihenweise Glücksgefühle und Gänsehaut-Momente auf der Strecke, auf der Zielgeraden und bei der Ehrung der Sieger auf dem Dorfplatz. Denn Sieger gab es reichlich an diesem Sommersonntag gewürdigt mit Beifall, Urkunden und Pokalen, mal ganz im Stillen bei jenen, die fern der Ergebnislisten ein persönliches Ziel erreichten.

Gar zur Nebensache geriet das Laufen, als Peter Borsdorff auf die Bühne kletterte und dem aus ganz Deutschland (und darüber hinaus) angereisten Publikum erklärte, was es mit seiner Sammelbüchse auf sich hat. Neben dem schon traditionellen 500-Euro-Scheck, den wieder einmal Gisela Esser für den Verein „Schwerstkranke Kinder” entgegennehm, löste „Pitter” mit seinem zweiten symbolischen Scheck Riesenbeifall und Staunen aus: Sage und schreibe 5000 Euro hat der Dürener Läufer binnen zehn Tagen für eine Simmerather Familie gesammelt, deren 39-jähriger Vater nach einem schweren Hirninfarkt in einer Duisburger Spezialklinik liegt.

Ein bewegender Moment war auch die Ehrung der drei Jugendstaffeln, als zwölf junge Männer des ausrichtenden TV Konzen auf das Treppchen kletterten. Mit großem Einsatz hatte Edgar Roder wochenlang die Jungs auf den Lauf vorbereitet, alle drei Staffeln liefen den anspruchsvollen Marathon in Zeiten um 3:40 Stunden. „Ihr seid die Zukunft des Monschau Marathon!” freuten sich die Moderatoren und Organisatoren Oli Krings und Roland Schreiber mit den jungen Läufern.

Nach fast zwei Stunden waren die Sieger und Platzierten aller Läufe gewürdigt und die Marathonfete, die so heißt, weil es eben die Fete zum Marathon ist und nicht, weil sie so lange dauert, nahm ihren Lauf.

Welche Kreise der Monschau Marathon Jahr für Jahr zieht, zeigt auch dieser Fall: Vor zehn Jahren rief ein Mitglied des Istanbul Marathon Clubs den damaligen Organisator Günter Offermann an, erkundigte sich über den Lauf und nahm wenige Wochen später auch daran teil. Nun drang bis nach Istanbul vor, dass es erstmals einen Ultralauf gab - und so tauchten in beiden Hauptläufen beim 36. Monschau Marathon gleich mehrere Sportler auf, die für den Istanbul Marathon-Club liefen.

Weniger exotisch, dafür noch außergewöhnlicher die Namen zwei weiterer Clubs, die am Sonntag Läufer ins Rennen schickten: Ultraläufer Daniel Thomser trat für das Leipziger Sinfonieorchester an, Holge Szameit unter der Vereinsbezeichnung „Bin mal eben Brötchen holen”. Am Sonntag benötigte der Ultraläufer fürs Brötchenholen in der 56 km entfernten Bäckerei 6:55:48 Stunden...