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Monschau: Böllerverbot in der Altstadt

Zu hohes Risiko von Feuerwerkskörpern : Böllerverbot in der historischen Altstadt

Wenn es am Himmel funkelt und Millionen Menschen hinauf schauen, ist das jedes Jahr aufs Neue ein besonderer Moment. Doch Feuerwerk glitzert und glänzt nicht nur, es raucht und knallt auch und ist mit hohen Geschwindigkeiten unterwegs.

Besonders in der Monschauer Altstadt stellt Pyrotechnik eine Gefahr dar.

Daher ist Feuerwerk im historischen Zentrum seit 2010 Geschichte: Seitdem beschließt der Monschauer Stadtrat jedes Jahr aufs Neue eine Allgemeinverfügung, die das Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen in der Silvesternacht untersagt. Gemeint sind alle Feuerwerkskörper der Klasse II (Kleinfeuerwerk, zum Beispiel Raketen, Schwärmer, Knallkörper, Batterien, etc.).

„Das Gefahrenrisiko der Feuerwerkskörper, das überall besteht, ist in Monschau wegen der zum größten Teil mittelalterlichen Bausubstanz der Häuser besonders hoch“, erklärt Ortsvorsteher Georg Kaulen. Die enge Bebauung würde das Brandrisiko zusätzlich erhöhen und das Übergreifen eines Brandes auf ein Nachbarhaus erleichtern. Auch Menschen sind deutlich gefährdeter, weil sie dort kaum vorausschauen können, was hinter der nächsten Ecke passiert.

Eine andere Regelung als ein Verbot sei also nicht möglich, um eine Gefahr für Personen und Gebäude zu vermeiden, sagt Kaulen. Bislang wurde dieses aber eingehalten, erklärt der Ortsvorsteher, der am Silvesterabend meist selbst ein Ründchen durch die Altstadt dreht, um sich einen Eindruck von der Lage zu machen. Kontrollen vom Ordnungsamt gebe es nicht. „Es ist die absolute Ausnahme, wenn mal ein Feuerwerkskörper gezündet wird. Sowohl Einheimische als auch Gäste halten sich im Großen und Ganzen an das Verbot.“

Weihnachten und Silvester ist besonders viel in der historischen Altstadt los, da viele Touristen dort ihre Weihnachtsferien verbringen. Daran ändert auch das Verbot nichts. „Momentan ist es schwer, noch ein Zimmer zu bekommen“, schildert Kaulen die Situation. Damit trotzdem ein Silvesterfeuerwerk gezündet werden kann, wurden Alternativen außerhalb des Stadtkerns geschaffen. Etwa ganz in der Nähe auf dem Parkplatz Burgau dürfen im nicht überdachten Bereich Feuerwerkskörper abgebrannt werden. Parken ist dort während dieser Zeit allerdings nicht möglich. Sehr viel Platz sei außerdem unterhalb des Hallers, rät Ortsvorsteher Georg Kaulen. Beliebt seien in den vergangenen Jahren auch höher gelegene Plätze mit guter Aussicht gewesen, zum Beispiel auf der Haag und am Heidgen.

Auch in anderen Innenstädten Deutschlands gibt es Verbote, meist aber nur für bestimmte Bereiche. Die Deutsche Umwelthilfe fordert zudem eine Verlegung der Feuerwerke aus Innenstädten, in denen die Feinstaubbelastung hoch ist. Zum Jahreswechsel würden durch Feuerwerkskörper in wenigen Stunden 5000 Tonnen Feinstaub freigesetzt. Dies entspricht etwa 17 Prozent der jährlich im Straßenverkehr entstehenden Feinstaubmenge. Der Deutsche Städtetag wies die Forderung dennoch zurück.

(ll)