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Eicherscheid: Mörderisches Finale in der Vennbahn

Eicherscheid : Mörderisches Finale in der Vennbahn

Kappenscheidt ist ein idyllisches Dorf in der Eifel. Für Kommissar Ferdi Menkes aber kommt es knüppeldick. Erst wird er anonym zu einem toten Asylbewerber in den Wald geschickt, dann von einem überheblichen Kollegen abgekanzelt.

Das ist der Stoff für eine Story, die in einem mörderischen Finale in den Vennbahn endet.

Von Eifelkrimis ist die Region in den vergangenen Jahres geradezu überschwemmt worden, von „Mord in Küchelscheid” bis „Die Hand im Moor.” Jetzt gibt es eine neue Variante des Eifelkrimis, dessen Premiere mit fiebriger Spannung in der Vorweihnachtszeit erwartet wird. Ein abendfüllender Spielfilm aus der Filmwerkstatt Eifel wird am Sonntag, 19. Dezember in Eicherscheid in der „Tenne” uraufgeührt. Zugrunde liegt dem 108 Minuten-Streifen der Roman „Schwarzes Requiem” der verstorbenen Roetgener Krimiautorin Brigitte Commichau.

Die Story zur Filmstory begann im Spätsommer 2001. Bei Hobby- und Dokumentarfilmer Wolfgang Merz (57) aus Rott nahm die Idee Gestalt an, sich einen Lebenstraum zu erfüllen.

Per Anzeige suchte er Mitwirkende und Enthusiasten für ein ehrgeiziges Spielfilmprojekt, mit denen er im Oktober die Filmwerkstatt Eifel gründete. Mit Michael Bender, Klaus Krafft und Michael Lauven stand schon bald eine versiertes Technikteam bereit, die Suche nach Drehorten und die drehbuchgerechte Bearbeitung der Romanvorlage startete.

Über 100 Darsteller wurden benötigt. Hierbei war Eric Hendriks vom Theaterverein „Wortspiel” Mützenich nicht nur eine wichtige Stütze für Technik und Organisation, er konnte auch aus einem reichen Fundus von Laierdarstellern seines Vereins schöpfen.

Diesem Umstand verdankt der Film unter anderem die Hauptdarstellerinnen Hermine Schmitz und Sonja Steffens. Mit dem Journalisten Bert van London aus Schmidt, der als Kommissar Ferdi Menkes nachhaltig sein Talent unterstreicht, das er einst als Schüler auf der Laienbühne bewies, gelang der Filmwerkstatt ein Glücksgriff.

Für den Hauptdarsteller war die Rolle eine fortgesetzte Geduldsprobe an 32 Drehtagen: „Da muss man einen langen Atem haben, viel warten und sich ständig konzentrieren”, seufzt van London und freut sich nun wie auch das über 100-köpfige Filmteam vor und hinter der Kamera auf die Premiere und besonders darauf wie die kommödiantischen Aspekte und das Eifeler Ambiente im Film wirken. 30 Darsteller und 70 Statisten galt es unter einen Hut bringen.

Nach enormer organisatorischer Vorarbeit, vom Beschaffen von der erforderlichen Genehmigungen bis hin zur Auswahl der 40 Drehorte in Rott, Roetgen, Lammersdorf, Monschau, Mützenich, Hellenthal, Aachen-Sief und Raeren, war das erste Jahr der Filmproduktion bestimmt.

Im Jahr 2003 wurden die Dreharbeiten unter der Regie von Wolfgang Merz abgewickelt. Die Filmwerkstatt nutzte den Jahrhundertsommer, und im Herbst waren alle Szenen im Kasten. Längst hatten die Hobbyfilmer festgestellt, dass die zunächst angestrebte Zeitplanung total gesprengt wurde. Daraus konnte man aber auch Kapital schlagen, denn die 650-Jahrfeier der Stadt Monschau im Sommer 2003 kam wie gerufen.

Die prächtige Kulisse des Festzuges wurde geschickt eingebunden. Als Zugabe trat am Handwerkerdorf damals auch der Musiker und Komponist Kim Merz auf, der im Film den Menkes-Assistenten Hahneveld spielt, und der mit seiner Band „FFK” die Stadtfestbesucher unterhielt. Im Film nehmen ihn seine Auftritte mit den „Eifelcops” voll in Anspruch.

Fast das ganze Jahr 2004 war geprägt vom Sichten und Bearbeiten der 100 Szenen auf insgesamt 33 Stunden Videomaterial. Ein Anspruch des Films trotz des düsteren Titels ist es nämlich auch, „einen positiven Gesamteindruck” der Eifel zu zeigen, betonen Hauptdarsteller und Regisseur. Großartige Landschaftsaufnahmen mit hohem Wiedererkennungswert dürfen da nicht fehlen.

Der Spaß am Filmen und den Willen das Projekt zu einem ordentlichen Endergebnis zu bringen, motivierte die komplette ehrenamtlich tätige Mannschaft, die während der Dreharbeiten großen Gemeinschaftssinn entwickelte. Eine Reihe von Sponsoren sorgte dafür, dass das bemerkenswerte geringe Budget von 3000 Euro eingehalten wurde.

Deutlich höhere Kosten entstehen allerdings bei der Vermarktung. Plakate wurden gedruckt, zum Film erscheint eine edle Broschüre und es müssen Video- und DVD-Kopien hergestellt werden.

Denn nach den drei Aufführungen am 19. Dezember in Eicherscheid soll der Eifelkrimi nicht in der Schublade verschwinden.

Für die Filmwerkstatt indes gilt: Nach der Premiere ist vor der Premiere. Auch wenn alle jetzt zunächst einmal eine Pause brauchen, denkt das Team schon über ein neues Projekt nach, wobei frische neue Kräfte stets willkommen sind.