Mitmachzirkus Soluna in Konzen ist die größte Ferienmaßnahme der Region

Kinder werden zu Stars in der Manege : Mitmachzirkus Soluna ist die größte Ferienmaßnahme der Region

Soluna ist, wenn 150 Kinder aus der ganzen Nordeifel eine spannende Ferienwoche miteinander verbringen. Soluna ist, wenn Mädchen und Jungen von sieben bis zwölf Jahren sechs Tage Spiel und Spaß in der Gemeinschaft erleben.

Und Soluna ist, wenn diese Kinder an ihrer Aufgabe wachsen und zu selbstbewussten Stars in der Manege werden. Soluna ist der fröhliche Mitmachzirkus für Kinder in Konzen und die wohl größte Sommerferienaktion in unserer Region.

Die Kinder treffen sich seit Montag täglich mit ihren Betreuerinnen und Betreuern am gelb-roten Zirkuszelt auf dem Konzener Dorfplatz und studieren in 20 verschiedenen Workshops unterschiedliche Aktionen ein. Von BMX-Fahren bis Feuerspucken, von Artistik bis Zauberei, von witzigen Clowneinlagen bis zum Hochseiltanz – für jeden Nachwuchsakteur ist etwas dabei.

Seit zwölf Jahren bietet Ralf Pauli vom Amt für Kinder, Jugend und Familienberatung der Städteregion Aachen mit dem Mitmachzirkus Soluna dieses Ferienprogramm an. Das erlebnispädagogische Zirkusprojekt ist nicht allein für die Aufführungen am Ende der Zirkuswoche gedacht. „Die Kinder nehmen die positiven Erlebnisse aus der Zeit im Zirkus mit“, erklärt Pauli. „So lernen sie auch das Miteinander.“

Der Mitmachzirkus Soluna, der vom Kölner Birger Koch ins Leben gerufen wurde, ist europaweit unterwegs. „Im Vordergrund steht die Lust an der Bewegung, die wir mit unserer Vielfalt bei den Kindern wecken. Die körperlichen Voraussetzungen, das Alter oder Geschlecht spielen dabei keinerlei Rolle. Hier ist für jeden etwas dabei“, erklärt Koch. „Die Kinder wachsen über sich hinaus, das bleibt natürlich hängen und motiviert für das Leben da draußen“, bestätigt Ralf Pauli.

Beim Einstudieren der Zirkusnummern gehen die Kinder mit Hilfe der Betreuer an ihre Grenzen und tanken so auch Selbstvertrauen. Foto: Heiner Schepp

„Ein unbeschreibliches Gefühl“

Während der Woche sollen die Kinder aber nicht nur eine Show zusammenstellen, sondern auch lernen, mit völlig fremden Menschen zusammenzuarbeiten. „Viele Kinder kennen sich gar nicht. Aber wenn man sieht, dass man am Ende eine zusammengeschweißte Gruppe hat, ist das ein unbeschreibliches Gefühl“, sagt Birger Koch.

Pro Kind wird für das Projekt ein geringer Eigenanteil fällig. „Der Eigenanteil beläuft sich dank der großzügigen Sponsoren auf knapp ein Drittel der eigentlichen Kosten. So können wir es vielen Familien ermöglichen, ihre Kinder bei uns anzumelden“, sagt Pauli. Die Raiffeisenbank sowie die Monschauer-Land-Touristik sponsern das Projekt seit Jahren und sind ein fester Bestandteil der Ferienaktion geworden. „Ohne die Sponsoren würde das Projekt nicht funktionieren“, erklärt Pauli.

Ein ganz wichtiger Bestandteil der Soluna-Woche sind die Betreuer: 31 überwiegend junge Ehrenamtler (darunter auch viele ehemalige „Zirkussterne“) betreuen die 150 Kinder eine Woche lang, helfen bei den Vorbereitungen der Show und fungieren als Ansprechpartner für die Kinder. „Es macht viel Spaß, mit den Kindern zusammenzuarbeiten. Wir Betreuer verstehen uns alle gut und sind in der einen Woche zu einem echten Team geworden“, erklärt Paula.

Trotz seines langen Bestehens verliert das Projekt, das auch vom Familienzentrum Konzen unterstützt wird, nicht an Reiz. „Das sieht man vor allem an den Anmeldezahlen“, sagt Ralf Pauli. In den vergangenen zwölf Jahren haben über 1000 Kinder an dem Projekt teilgenommen. Am Samstag veranstalten die Kinder zwei Shows für je 300 Zuschauer im Zirkuszelt, das von den Eltern auf dem Konzener Dorfplatz auf- und abgebaut wird. Bereits am Freitag gibt es die große Generalprobe vor den Kindern des benachbarten Kindergartens und dann um 18 Uhr traditionell die Show der Betreuer. Ralf Pauli: „Wenn man am Ende sieht, dass sich Kinder und Betreuer in den Armen liegen, merkt man, dass sich die Arbeit gelohnt hat. Solche Bilder vergisst man nicht.“

Mehr von Aachener Zeitung