Mitarbeiter und Freunde musizieren für die, die das Krankenbett hüten

Traditionelle Patientenbescherung im Simmerather Krankenhaus : „Dass sich erfreuen doch alle seliger Weihnachtszeit“

„Dass sich erfreuen doch alle seliger Weihnachtszeit“ – das ist seit Jahrzehnten Schwester Gudrun ein Anliegen. Deshalb gibt es keine Ausnahme (außer Schneechaos): Ein paar Tage vor Weihnachten trommelt sie Musikanten und Sänger zusammen für die Patientenbescherung in der Eifelklinik St. Brigida.

„Ich denke, dass wir mit unseren Vorträgen den Menschen, die Weihnachten im Krankenhaus verbringen müssen, eine Freude machen“, sagt sie, und der rührigen, energischen Schwester kann offensichtlich niemand nein sagen: Mitarbeiter aus dem Krankenhaus singen immer mit, aus den Chören Maranatha und dem Eifelchor kamen Sänger und Sängerinnen, Instrumentalisten aus dem Musikverein Harmonie Rollesbroich spielen mit, und Familienangehörige von Mitarbeitern haben ihre Instrumente gestimmt. Dazu kommen Verwandte und Freunde von Schwester Gudrun. Sie alle hätten wahrscheinlich auch zu Hause noch viel zu tun, müssten noch Besorgungen machen oder Geschenke verpacken; aber sie nehmen sich Zeit, auf den Fluren im Krankenhaus zu singen und zu musizieren.

Am Freitagnachmittag begannen sie wie stets auf Station 8; die Engelchen - das waren diesmal Nele Bongard aus Schmidt, Julia Lemaire aus Hellenthal und Katharina Schwarz aus Kesternich – trugen das Kerzenlicht in alle Zimmer und kleine Präsente. Gute Wünsche überbrachten die Geistlichen Pastor Kerbusch und Pfarrer Köhne, Ärzte und Schwestern der Abteilungen, der Klinikleiter Andreas Grbic und die Pflegedienstleiterin Birgit Pauly.

Das „Orchester“, das wohl nur dieses eine Mal in der Besetzung auftritt, bestand aus Geigen, Gitarren, Mandolinen, Blech- und Holzbläsern und einem Akkordeon. Mit Friedhelm Schütz, der das Ensemble leitete und selbst die erste Geige spielte, gab es keine Verständigungsschwierigkeiten, und es glückte ein sehr harmonischer Zusammenklang. „Nicht zu schnell“, mahnte er, und so wurden die wunderschönen alten Weihnachtslieder in einem moderaten Tempo gespielt, damit möglichst viele mitsingen konnten. Ein Klarinettensolo gelang besonders gut, für den „Bauernmarsch“ gab es Applaus, und sehr aufmerksam wurde dem „Little Drummer Boy“ zugehört: Hier schlug Thorsten Semleit aus Strauch den Takt zum Flötenspiel seiner Schwester Jana und seiner Mutter Katja.

Viele Türen öffneten sich, manches Taschentuch wurde gezückt. Auf dem Flur hatte sich wieder eine starke Gruppe von Bläsern eingefunden, feierlich schallten die Vorträge durch das Treppenhaus.

Nachdem auch noch im Seniorenstift „Seliger Gerhard“ die frohen Lieder erklungen waren, folgten die Aktiven freudig der Einladung zum traditionellen „Festessen“: Fritten mit Wurst.

(ale)