Monschau: Mit Pop-Nostalgie die Burg in Bewegung gebracht

Monschau : Mit Pop-Nostalgie die Burg in Bewegung gebracht

Gleich beim ersten Lied die Zuschauer auf volle Betriebstemperatur zu bringen, ist bisher wohl noch keinem Künstler bei den Monschauer Festspiele gelungen. Dafür musste erst Chris Norman auf die Burg kommen, um mit den alten Hits der legendären Softpop-Gruppe „Smokie“ die Burg mächtig in Bewegung zu bringen.

Frisch ausgeruht vom Parkhotel Euskirchen kommend, hüpfte der erstaunlich frisch und jugendlich wirkende frühere Smokie-Frontmann auf die Bühne. Es bedurfte nur weniger Takte von „I need you at midnight“, da hatten die ersten Besucher im nicht ganz ausverkauften Burghof bereits ihren gemütlichen Sitzplatz verlassen. Der 65-jährige Altmeister des gefühlvollen Pop-Songs bediente in vollem Umfang das Nostalgie-Begehren seiner Fans, und stieg auch sogleich ins volle Hitprogramm ein. „Monschau is a nice place“, komplimentierte Chris Norman, der stetig die Nähe zum Publikum suchte und schon nach wenigen Songs die Zuschauer aufforderte, sich doch locker um die Bühne zu gruppieren. Das führte zwar zu leichten Gesichtszuckungen beim Sicherheitspersonal, doch bis auf ein kurzes Tänzchen mit einem weiblichen Fan auf der Bühne kam es zu keinen weiteren Zwischenfällen.

Eine Gruppe Zuschauer, offenbar chinesischer Herkunft, hielt einen Schriftzug in die Höhe mit der Behauptung, dass man extra aus Kalifornien angereist sei, was für Chris Norman die Frage aufwarf, wann denn der letzte Bus zurück fahre.

Die rauchige Stimme, bestens unterstützt von der sangesfreudigen Band, ist immer noch das Markenzeichen von Chris Norman und sie ist ihm über die Jahre gut erhalten blieben. Immer wieder ließ er seinen Charme spielen, während die Zuschauer textsicher die alten Hits, ob „Lay back in the arms of someone“, „Don‘t play your Rockn‘ Roll“ oder „Stumbling in“, voller Inbrunst mitsangen.

Und der von anderen Interpreten auf übelste zugerichtete Edelhit „Living next door to Alice“ sang Chris Norman ganz einfach und und unspektakulär in der von ihm geschriebenen Originalversion. Seine neueren Stücke kamen allerdings deutlich rockiger daher, und gaben auch der Band Gelegenheit sich auszuzeichnen.

Mit „Needles und Pins“ von den Seachers und Peter Gabriels pumpenden „Sledgehammer“ hatte Chris Norman auch noch zwei hübsche Cover-Versionen im Repertoire, ehe sich der kurzweilige Abend dann auch schon dem Ende neigte. Mit einer rockigen Version von „Oh Carol“ als letzte Zugabe verabschiedete sich Chris Norman vom dankbaren Monschauer Publikum an diesem perfekten Sommerabend.

Für einen gelungenen Einstand in den Abend hatte zuvor im Vorprogramm die Gruppe „Rock on Wood“ gesorgt. Die fünf erfahrenen Musiker aus dem Raum Bad Münstereifel hatten bereits eine Woche zuvor beim „Diner en blanc“ die Gäste in der Monschauer Altstadt unterhalten, und auch auf der Burg bedurfte es nur weniger Minuten, um die Sympathien der Besucher zu gewinnen. Mit einem leicht verdaulichen Hit-Mix, instrumental und stimmlich sauber im Folk-Country-Stil dargeboten, hielt man die Zuschauer bei Laune, und man hätte gerne noch mehr vor der Gruppe gehört, deren Mann an der Spitze Pete Bauchwitz ist, der sechs Jahre lang mit den Höhnern auf der Bühne stand, ehe ihm der Sinn nach Veränderung stand.

Ihm habe der Kurzauftritt in Monschau sehr gut gefallen, und vielleicht gestalte „Rock on Wood“ ja mal einen eigenen Abend bei den Festspielen. „Das ist wirklich ein tolle Atmosphäre hier auf der Burg“, sagte Bauchwitz und später ja auch Chris Norman.

(P. St.)