Aachen: Mit dem Sozialticket durch die Städteregion rollen

Aachen: Mit dem Sozialticket durch die Städteregion rollen

Nach langem Hin und Her soll es bald auch in der gesamten Städteregion für Bus und Bahn ein Sozialticket geben.

Nach den Planungen könnten Empfänger von Transferleistungen wie Hartz-IV-Bezieher ab dem 1. Januar 2011 für eine zwölfmonatige Testphase eine ermäßigte Monatskarte für 29,80 Euro erwerben.

Einen entsprechenden Vorschlag hat der Aachener Verkehrsverbund (AVV) erarbeitet, über den am morgigen Freitag der AVV-Beirat der regionsangehörigen Kommunen der Städteregion sowie in der kommenden Woche der Aachener Mobilitätsausschuss beraten wird. Mit der Zustimmung der Politiker kann gerechnet werden, denn für die Kommunen sollen zunächst keine weiteren Kosten anfallen. Zumal die schwarz-grüne Mehrheit in der Städteregion die Einführung eines Sozial-Tickets in ihrer Kooperationsvereinbarung verankert hat. In Aachen befürworten SPD, Grüne und CDU seit langem eine solche Monatskarte. Städte wie Eschweiler und Stolberg hatten außerdem in der Vergangenheit ein möglichst städteregionales Vorgehen empfohlen.

In der Umsetzung wollen AVV und Städteregion auf den positiven Erfahrungen des Kreises Düren aufbauen, wie Städteregionsrat Helmut Etschenberg betont. Im Nachbarkreis wurde zum 1. Juli 2009 für eine einjährige Probezeit ein sogenanntes Mobil-Ticket eingeführt, das in der Folge monatlich von rund 1050 der circa 16.000 bezugsberechtigten Personen gekauft worden ist. Das Projekt wird als Erfolg gewertet, so dass es fortgeführt wird.

Während die Monatskarte im Kreis Düren 15 Euro kostet, soll das Ticket in der Städteregion fast doppelt so teuer sein. Der städteregionale Sozialdezernent Günter Schabram sieht die deutlich höhere Verkehrsleistung des AVV in der Städteregion als einen wichtigen Grund für den höheren Tarif an. Generell hat der AVV auf der Grundlage unterschiedlicher Monatskartenpreise in den einzelnen Kommunen das Sozial-Ticket mit 29,80 Euro kalkuliert. Zum Vergleich: Eine reguläre Monatskarte für das Stadtgebiet von Eschweiler oder Stolberg kostet 51,50 Euro, für Aachen 53,50 Euro. Und so befindet Schabram, dass der eingeschlagene Weg ein Schritt in die richtige Richtung sei. „Das ist auch eine deutliche Verbesserung für die Hartz-IV-Empfänger.”

Gültig sein soll das Ticket montags bis freitags von 9 Uhr bis Mitternacht sowie ganztägig an Wochenenden und Feiertagen. Kritik gibt es vor diesem Hintergrund von der Linkspartei. „Das wäre nur praktikabel, wenn die Arge erst ab 9.30 Uhr Termine mit Arbeitssuchenden macht. Das darf als unwahrscheinlich gelten”, heißt es. Daher fordert die Linke eine finanzielle Beteiligung der Kommunen, um bessere Bedingungen und einen günstigeren Preis hinzubekommen. Grundsätzlich begrüßt die Partei jedoch den „diskutierbaren Vorschlag”.

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