Roetgen: Mit dem Fahrrad auf Geschichtstour

Roetgen: Mit dem Fahrrad auf Geschichtstour

Roetgen war der erste Ort auf deutschem Boden, der von dem Amerikanern im Zweiten Weltkrieg erobert wurde. Das war am 12. September 1944, und es war acht Monate vor Kriegsende der Beginn der Schlacht um den Hürtgenwald.

Die Spuren des Zweiten Weltkrieges sind auch heute in Roetgen noch deutlich zu sehen, vor allem in der noch weitgehend erhaltenen Höckerlinie des Westwalls, die von Roetgen in Richtung Aachen führt. Doch mehr als 70 Jahre nach Ende des Krieges hat die Natur längst die von den Amerikanern ehrfurchtsvoll genannte „Siegfried-Linie“ zurückerobert.

Das soll sich nun wieder ändern. In der Sitzung des Roetgener Touristikausschusses stellte jetzt der Heimat- und Geschichtsverein Roetgen das gemeinsam mit der Roetgen-Touristik erarbeitete Projekt „Die Roetgener Schleife“ vor. Die Idee für die „Belebung und Erweiterung des touristischen Potenzials in Roetgen“ soll konkrete Formen annehmen durch die Ausweisung einer 25 Kilometer langen Fahrrad-Rundfahrt, genannt die „Roetgener Schleife“.

Abzweigend vom Vennbahn-Radweg in Schmidthof über Rott und am Roetgener Bahnhof wieder auf den Vennbahnweg mündend, soll die Roetgener Schleife Roetgens Naturschönheiten näher bringen unter besonderer Berücksichtigung der heute noch sichtbaren Befestigungsanlagen des Westwalls, der heute als Bodendenkmal eingetragen ist. Die Besonderheit der Höckerlinie auf Roetgener Gebiet ist ohne Zweifel die aufwendige Überbrückung der Vicht.

Eine der ersten Aufgaben würde darin bestehen die noch gut erhaltenen Anlagen wieder freizulegen. Dazu würden auch einige Bunker gehören. Dass der damalige US-General Eisenhower Roetgen besuchte und das Interesse an den Relikten des Zweiten Weltkrieges auch heute noch in hohem Maße vorhanden ist, ist aus der Sicht der Initiatoren ein Grund mehr, Roetgen als Ort der jüngeren Geschichte in den Blickpunkt zu rücken.

Auch über Geld wurde gesprochen. Das Projekt soll im Rahmen des regionalen Wirtschaftsförderungsprogramm NRW gefördert werden. Käme es dazu, bliebe durch die Gemeinde Roetgen nur ein zehnprozentiger Anteil der Gesamtkosten, die bei rund 100.000 Euro liegen würden, zu finanzieren.

(P. St.)