Nordeifel: Mini-Hirn: Wahlplakate mit Aufklebern „verziert”

Nordeifel: Mini-Hirn: Wahlplakate mit Aufklebern „verziert”

Über den Wert von Wahlplakaten kann man trefflich streiten. Manche Zeitgenossen machen das an Ort und Stelle, „verfeinern” die abgelichteten Köpfe mit allerlei Symbolen.

In der Nordeifel sind jetzt die Wahlwerbungen der Parteien mit kleinen Aufklebern „verziert” worden. Sie zeigen den Querschitt eines Schädels mit viel Raum für das Gehirn, aber wenig Masse - das Motiv soll ein „Röntgenbild” der Comicfigur Homer Simpson darstellen. Eine wenig freundliche Meinungsäußerung, die aber von den Parteien gelassen hingenommen wird.

Der CDU-Kreisverband wie auch der SPD-Unterbezirk wollen dort, wo es gar zu arg aussieht, neue Plakate anbringen. „Es sind zumindest keine Nazi-Schmierereien oder rechte Parolen”, reagiert CDU-Kreisgeschäftsführer Carsten Mannheims unaufgeregt.

Für die Aachener Polizei ist das Verunstalten von Wahlplakaten mit Bärtchen, Brillen und Ähnlichem gang und gäbe. Dennoch, so Polizeisprecherin Sandra Schmitz, ist es kein Kavaliersdelikt. „Man kann nur jedem raten, die Finger davon zu lassen”, so Schmitz weiter, denn strafrechtlich kann man das Bemalen, Besprühen oder Bekleben von Wahlplakaten als Sachbeschädigung werten. Allerdings müssen derlei Handlungen angezeigt werden. Die Polizei wird nicht von sich aus tätig.

Anders ist das jedoch, so die Polizeisprecherin, bei jugendgefährdenden oder volksverhetzenden Zeichen oder Parolen sowie bei Symbolen aus der NS-Zeit.

In diesem Falle wird die Justiz „von Amts wegen” Ermittlungen aufnehmen.

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