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Nordeifel: Mini-Fohlen und Baby-Luchse in Hellenthal

Nordeifel : Mini-Fohlen und Baby-Luchse in Hellenthal

Es ist schon ein lustiges Bild und ein ungewöhnliches dazu. Tag für Tag läuft Pflegerin Julia Wiertz durch das Wildgehege Hellenthal. So weit nichts besonderes.

Das ändert sich jedoch, sobald ihre Begleitung in Erscheinung tritt: Finchen weicht nämlich nicht von der Seite ihrer „besten Freundin.”

Finchen ist ein kleines Wildschwein, das gar keine große Lust auf ihre Artgenossen hat, sondern viel lieber mit der Tierpflegerin durch den Park spaziert. Es ist nicht die einzige Neuerung in Hellenthal.

Das Wildgehege gehört zu den beliebten Ausflugszielen der Region. Etwa 1200.00 Besucher strömen Jahr für Jahr auf die 65 Hektar große Anlage nach Hellenthal, um die rund 600 Tiere zu sehen. Inhaberin Marie-Theres Fischer und ihr Team versuchen, stets neue Attraktionen für die Gäste bereit zu halten und natürlich auch, ihren Tieren artgerechtes Leben zu bieten.

Gar nicht so einfach, da das Wildgehege Hellenthal ein Privatunternehmen ist, das sich zum Großteil über die Einnahmen aus den Eintrittskarten finanziert. Vor allem das Futter macht dem Tierpark derzeit zu schaffen. Um 44 Prozent seien die Preise innerhalb eines Jahres gestiegen.

Es geht nicht anders

Daher mussten in diesem Jahr auch erstmals seit längerer Zeit die Preise erhöht werden. „Natürlich ist es immer ärgerlich, wenn der Preis angehoben werden muss, aber es geht einfach nicht anders”, so Fischer. Bevor Fischer den Park übernahm, stand er gleich dreimal vor der Insolvenz, diese Zeiten sich nun vorbei.

Finchen lässt sich auch das teurere Futter schmecken. Klar, sie weiß ja auch nicht, dass sie auf teurem Fressen herumkaut. Genau wie die anderen Tiere, denen Finchen bei den täglichen Streifzügen begegnet.

Ganz hoch im Kurs bei den kleinen und großen Besuchern stehen auch Hannah und Paulchen, die beiden Mini-Fohlen. Ebenfalls über Nachwuchs konnte sich die Luchs-Familie freuen. Lilly hat zwei kleine Luchs-Mädchen geboren. Besonders stolz sind Marie-Theres Fischer und ihr Team auf die neugeborenen Rentiere. „Bei denen haben wir erstmals Nachwuchs”, freut sich die Inhaberin. Grund dafür sei die eigene besondere Futtermischung. Rentiere sind nämlich ganz schön wählerisch.

Ebenfalls neu sind die zahlreichen Impfungen. „Wir hatten viele Verluste im vergangenen Jahr”, erinnert sich Fischer. Blauzungenkrankheit und Geflügelpest machten den Tieren ordentlich zu schaffen. Das soll nun weitestgehend vermieden werden.

Bären, Wisente, Waschbären, Enten, Kaninchen und viele weitere Tiere freuen sich über reichlich Besucher. Und die Inhaberin samt Personal auch. Denn neben dem Anschauen der Tiere, hält das Personal auch stets jede Menge Wissenswertes für die Gäste bereit.

Wussten Sie etwa, warum Marder Autokabel zerbeißen? Das tun die Tiere nämlich nur, wenn vorher bereits ein Artgenosse das lauschig warme Plätzchen aufgesucht und - so ist es üblich bei Mardern - seinen Platz mit dem eigenen Duft markiert hat.

Sucht nun ein anderer Marder diese Stelle auf und riecht den Artgenossen, „wird er schlicht und ergreifend wütend”, weiß Marie-Theres Fischer. „Er beißt dann einfach um sich.” Zwei neue Marder leben jetzt auch im Wildgehege Hellenthal. Die beiden hören auf die Namen Mattes und Jupp.

Vielfältiges Angebot

Zu bieten hat das Wildgehege neben den ganzjährigen Öffnungszeiten (auch an Heiligabend) noch mehr. Die Hubertus-Nacht, die rollende Waldschule, Fütterungen und besondere Führungen für blinde Besucher, um nur einige zu nennen.

Was es alles im Angebot gibt, können Interessierte täglich erkunden.