Roetgen: Mehrfamilienhaus spaltet die Meinungen

Roetgen: Mehrfamilienhaus spaltet die Meinungen

Roetgen soll weiter wachsen und will dabei buchstäblich hoch hinaus. In der Sitzung des Bauausschusses ging es jetzt um die Bauanfrage auf Errichtung eines Mehrfamilienhauses an der Rosentalstraße 61.

Elf Wohneinheiten sind geplant, das Bestandsgebäude wird abgerissen. Im Ausschuss wurden neue massive Bauten befürchtet, anders sieht es die Verwaltung. Die Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse müssten gewahrt bleiben, meinten vor allem FDP und SPD. Das Ortsbild dürfe nicht beeinträchtigt werden.

Die beiliegende Straßenabwicklung verdeutliche, dass sich die geplanten Gebäudehöhen „unzweifelhaft in die Eigenart der näheren Umgebung einfügen“, hieß es in der Verwaltungsvorlage, doch das sahen zumindest Liberale und Sozialdemokraten anders. Von „massiver Bauweise“ war die Rede, von Verschandelung des Ortsbildes, von einer „Vorstadt Aachens“.

Franz-Josef Zwingmann (FDP) hat den Eindruck gewonnen, man lasse endlich die „Katze aus dem Sack“. So werde die Rosentalstraße als erste Straße in der Gemeinde „einer städtischen Bebauung überlassen“. Für ihn eine krasse Verhinderung, dass sich Roetgen „behutsam mit all’ seinen Fähigkeiten entwickeln könne“.

Das Haus Nummer 61 mutiere plötzlich vom schlichten Zweifamilienhaus zu einem Komplex mit elf Wohneinheiten und zahlreichen Stellplätzen. Außerdem überquere die Zufahrt zu dem Grundstück einen Fußgängerweg, der besonders von Schulkindern auf der stark frequentierten Rosentalstraße genutzt werde. Wann komme die nächste Anfrage, vielleicht für eine U-Bahn-Station angesichts einer wachsenden „Manhattan Skyline?“, so Zwingmann ironisch.

Frank Martin (SPD) sprach von einem „erschlagenden Ding“ für die Nachbarn. „Nichts gegen Neubauten, aber mit der neuerlichen Anfrage wird das Maß eindeutig übertroffen“, meinte der Sozialdemokrat.

Trotz der massiven Bedenken wurde das Projekt schließlich bei einer Nein-Stimme und einer Enthaltung durch CDU, UWG und Grüne auf den Weg gebracht.

(der)
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