Eifel: Medienscouts starten an Nordeifeler Schulen

Eifel: Medienscouts starten an Nordeifeler Schulen

In den vergangenen Monaten wurden Schüler von der Landesanstalt für Medien NRW bei insgesamt fünf Workshops, die an verschiedenen Schulen der Städteregion Aachen stattfanden, erfolgreich zu Medienscouts ausgebildet.

Aus der Nordeifel nahmen die Elwin-Christoffel-Realschule, das Berufskolleg in Simmerath und das St.-Michael-Gymnasium teil. Bei der Schulung begleitet wurden die beteiligten Schüler dabei von den jeweiligen Schulsozialarbeiterinnen und einigen Lehrern.

Ralf Pauli vom Jugendamt der Städteregion, initiierte dieses Projekt, an dem ingesamt zehn Schulen und 60 Schüler der Region teilnahmen, woraufhin sich die Schulen der Aachener Umgebung zusammenschlossen. Die Beteiligten verwirklichten die Idee dann unter Koordination von Franz Anton Dénes, Schulleiter der Hauptschule Monschau-Roetgen-Simmerath.

„Die Schulen haben Bedarf durch die Problematik, die durch die neuen Medien entsteht, die Schüler und ihren kritischen Blick im Umgang mit diesen Medien zu schulen“, so Peter Tambornino, Lehrer des St.-Michael-Gymnasiums. Dabei sei es auch für das Berufskolleg, obwohl die Schulform sich von den anderen Schulen unterscheide, notwendig, bei dem Pilotprojekt mitzuwirken, da die Probleme auch dort vorhanden wären, erklärt Miriam Effertz-Kogel, Schulsozialarbeiterin des Kollegs.

Was sind Medienscouts?

Medienscouts sind Experten für digitale Medien. Sie sollen ihre eigene Medienkompetenz erweitern und entsprechendes Wissen, Handlungsmöglichkeiten sowie Reflexionsvermögen für eine sichere, kreative, verantwortungsvolle und selbstbestimmte Mediennutzung aufbauen. Sie werden ausgebildet zu den Themen: Internet und Sicherheit, Social Communities, Handy und Computerspiele.

Dabei wird unter anderem Fragen nachgegangen wie „Warum sind Social Communities so faszinierend?“ oder herausgefunden, was sich hinter den Persönlichkeitsrechten verbirgt. Außerdem lernen die Scouts das Handyverhalten von Jugendlichen von ihrer kreativen Seite kennen und vertiefen Folgen, Risiken und Chancen von Computerspielen bezüglich des Jugendmedienschutzes der USK. „Das Spannende ist, dass jeder Schüler anders reagiert, wodurch man für jede Situation einen anderen Weg finden muss, um zu helfen und sein Ziel zu erreichen“, berichtet die Gymnasiastin Pia Beckers.

Aber Medienscouts geben ihr Wissen auch weiter: Sie sollen Informations- und Beratungsangebote für Mitschüler (eventuell auch für Eltern und Lehrer) entwickeln und durchführen. Projekttage werden beispielsweise durchgeführt, Unterrichtsstunden gehalten oder Elternabende zu Themen wie „Facebook“ und „Cyber-Mobbing“ gehalten.

In den nächsten Wochen und Monaten werden die Eifeler Medienscouts an ihren Schulen aktiv und wollen ihre Mitschüler letztendlich zu mehr Medienkompetenz verhelfen. „Als nächstes wollen wir uns den unteren Jahrgangsstufen vorstellen und dann ein Stationenlernen durchführen, damit man als Schüler mehr Erfahrungen im Umgang mit Medien sammeln kann“, erklärt Felix Hamacher, Achtklässler der Elwin-Christoffel-Realschule.

„Es soll eine gegenseitige Beratung stattfinden, wobei Schüler andere Schüler ausbilden und diesen auch helfen“, erklärt Peter Tambornino. Dabei werden sich auch die Schulen weiterhin austauschen und über Projektentwicklungen informieren, wobei aber eine für jede Schule eine individuelle Weiterführung des Projekts stattfinden wird.

Der dynamische Prozess, in dem Lehrer und Schulsozialarbeiterinnen nur betreuen, soll weitergehen und offen bleiben. Somit können immer wieder neue Scouts ausgebildet werden, die alten aber auch nach Zeit und Lust das Projekt weiterbegleiten.

Im Internet können sich darüber hinaus alle über verschiedene Projekte austauschen und von Experten beraten lassen unter www.medienscouts-nrw.de.

(pp)
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