Steckenborn: Maria Theißen ist bereits seit 40 Jahren beim Krippenteam aktiv

Steckenborn: Maria Theißen ist bereits seit 40 Jahren beim Krippenteam aktiv

Die letzten Reste des Schnees tauen gerade rasend schnell weg. Der Wunsch nach einer weißen Weihnacht wird wohl wieder nicht erfüllt werden. Kein Grund für die Steckenborner Krippenfreunde, die Krippe in der Pfarrkirche St. Apollonia mit weniger Liebe zum Detail aufzubauen.

Beim Betreten der Kirche sitzt Maria Theißen vor dem Altar. Um sie herum liegen etliche Gewänder und Pullover, sie selbst ist mit Wolle und Stricknadeln ausgestattet und gerade dabei, noch ein Gewand für einen Hirten zu stricken. „Ich stricke immer Schals, Mützen und Umhänge für die Figuren in der Krippe“, erklärt sie.

Aus der Anfangszeit: So sah die Krippe in der Steckenborner Pfarrkirche noch vor einigen Jahrzehnten aus. Inzwischen hat sich einiges am Erscheinungsbild verändert.

Sie ist ein echtes Urgestein im Team der Steckenborner Krippenbauer, denn sie ist in diesem Jahr seit exakt 40 Jahren mit von der Partie. „Ich bin 1977 in den Pfarrgemeinderat eingetreten und zu der Zeit wurden Leute gesucht, die sich um den Krippenbau kümmern“, erinnert sich Maria Theißen noch genau. Kurzentschlossen hat sie die Aufgabe damals angenommen und bis heute fortgeführt.

„Wir haben in den 40 Jahren sehr viel gelacht und waren immer fröhlich, denn wir haben hier eine tolle Gemeinschaft“, sagt sie rückblickend. Und beim Aufbau merkt man dem achtköpfigen Team deutlich an, dass es mit Leib und Seele bei der Sache ist. „Wo kommt der Hirte hin?“, „Hier fehlt noch ein Schaf“ oder „Ich brauche mal die Leiter“, schallt es aus verschiedenen Ecken durch den Innenraum der Kirche.

Zwei Tage Aufbau

Zwei Tage lang ist die Gruppe damit beschäftigt, die Krippe aufzubauen und an den Details zu feilen. „Wir sind insgesamt bestimmt zwölf Stunden mit dem Aufbau beschäftigt und treffen uns dafür zweimal“, erklärt die eifrige Krippenbauerin.

Zudem müssten beispielsweise Reisig geschnitten, Moos gesammelt und handwerkliche Dinge erledigt werden. „So hat auch zu Hause jeder noch seine Aufgaben zu erledigen“, erläutert Maria Theißen. Auch sei es die Aufgabe des Teams, die beiden großen Tannenbäume in der Kirche zu schmücken und die Lichterketten anzubringen.

Doch die Arbeit beginnt nicht erst mit dem Aufbau der Krippe, sondern bereits im November, wenn die ersten Treffen anstehen und die Vorbereitungen beginnen. „Die Planung macht mir persönlich immer viel Spaß, denn hier kann jeder seine eigenen Ideen einbringen und jeder hat seine eigenen Aufgaben“, erklärt die 72-Jährige, die die einzige Frau im Team ist.

Neben ihr sind auch Gerd Lennartz und Ralf Strauch bereits seit über drei Jahrzehnten im Team der Krippenbauer aktiv und leisten wichtige Dienste. „Einige der Helfer, mit denen ich noch zusammengearbeitet habe, sind mittlerweile aber auch schon tot“, verdeutlicht Theißen die enorm lange Zeit ihrer Mitarbeit.

Neuer Platz und neue Figuren

In der Anfangszeit nach dem Wiederaufbau der Steckenborner Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich die Krippe noch über dem Hochaltar und die Figuren waren aus Gips. Als später die Seitenkapellen gebaut wurden, fand man dann in der linken Kapelle einen idealen Platz für die Krippe, der bis heute noch Bestand hat. Zudem wurden neue Figuren mit Stoffgewändern angeschafft.

Nachdem Maria Theißen damals zu der Gruppe gestoßen war, plante die Gruppe gemeinsam eine neue Krippendarstellung. Schnell einigte man sich auf eine typische Eifelkrippe. Mit handwerklichem Fachwissen wurde ein Fachwerkhaus mit vielen originalgetreuen Details und Miniaturwerkzeug gebaut. Auch eine kreativ gestaltete Landschaft, die in jedem Jahr einen neuen Schliff erhält, sowie ein echter Wasserlauf mit einem funktionierenden Mühlrad waren fortan nicht mehr aus dem Gesamtbild wegzudenken.

Nachdem die Krippe, die nun für einige Zeit einen festen Platz in der Kirche einnehmen wird, fast komplett aufgebaut ist, sagt Maria Theißen voller Optimismus: „Solange es die Gesundheit noch zulässt, mache ich weiter mit diesem Hobby.“