Monschau: Maggi und Himbeersaft: Jupp Hammerschmidt in der Stadtbibliothek

Monschau : Maggi und Himbeersaft: Jupp Hammerschmidt in der Stadtbibliothek

Nichts bestimmt das Leben in der Eifel so sehr wie der heftige, ekelhafte, fiese Wind: „Ne baschtisch wracke Wönk“. Der Wind ist so grausam — da musst du dir schon einen „Wrack“ mehr anziehen. Oder auch zwei. Und wenn du das nicht tust, zerbirst es dich. Und „zerbersten“ heißt im Eifeler Platt „baschte“: „Ne baschtisch wracke Wönk“ also.

Und als natürlichen Windschutz haben die Eingeborenen im Laufe der Jahrtausende bekanntlich hohe Buchenhecken angebaut, beschnitten und liebevoll gepflegt, bis sie schließlich das wurden, was sie heute sind: das achte Weltwunder. Jupp Hammerschmidt als geborener Höfener weiß natürlich ganz genau, wie die Welt sich immer schon darbot — von hinter der Hecke gesehen.

Er erzählt im Programm unter anderem, welch zentrale Rolle Brei früher im Eifeler Ernährungsplan spielte — mit und ohne Rosinen, aber immer mit Haut und Knubbelen, und immer mit einem Schuss Himbeersaft, neben Maggi die zweite kulinarische Säule in der Eifel der Nachkriegszeit. Das seinerzeit so überaus beliebte „Poesiealbum“ erlebt seine Wiederauferstehung, Hammerschmidt würdigt die Kunst des Seilchenspringens, das die Eifeler Mädchen in Perfektion beherrschten, inklusive der sehr konzentriert vorgetragenen Hüpf-Verse — die wahren Wurzeln des „Rap“.

Einfache Sortierarbeiten

Der „baschtisch wracke Wönk“ dominierte das Leben in der Eifel in allen Belangen — bis hin zur sparsamen Verwendung der Sprache — man wollte den ekelhaft fiesen Wind nicht auch noch in den Atemwegen haben. Die immer wieder zu hörenden hämischen Kommentare über die Folgen der „innerfamiliären Fortpflanzung“ auf engstem Raum hinter den Hecken weist Hammerschmidt klipp und klar zurück — Forschungen haben längst eindeutig nachgewiesen: Die Eifeler waren vom IQ her immer schon in der Lage, einfache Sortierarbeiten zu verrichten.

Der nächste Auftritt in der Eifel ist am Freitag, 16. März, 19.30 Uhr, in der Stadtbücherei Monschau, Laufenstraße 42. Einlass ist ab 19 Uhr. Der Eintritt kostet 5 Euro. Karten gibt es ausschließlich in der Stadtbücherei, eine telefonische Reservierung ist möglich (Telefon 02472/ 8035807). Hinterher gibt‘s, wie immer, Els und Schwarzbrotbutterbrot.