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Rollesbroich: Männer vom Streudienst sind bereit

Rollesbroich : Männer vom Streudienst sind bereit

Nach und nach rollen die orangefarbenen Lkws auf den großzügigen Hof im Gewerbegebiet Rollesbroich. Die Räumschilde sind hochgefahren, die Streusalzteller stehen still. Kleine Pause. Die Straßen der Eifel sind wieder frei und sicher.

Die Männer vom Winterdienst der Straßenmeisterei wissen aber nicht, wie lange sie verschnaufen können und wie lange die Straßen frei bleiben werden.

Kein gutes Gefühl

Am Mittwoch zum Beispiel hatten sie kein gutes Gefühl. Die Wetterdienste hatten übereinstimmend heftige Schneefälle vorausgesagt. Aber ob Blitzeis oder Schneeverwehungen: Die 32 Straßenwärter, die in Rollesbroich beschäftigt sind, sind auf jede Situation eingestellt.

Am Mittwochabend standen alle sieben Streu- und Räumfahrzeuge in Bereitschaft, um zügig und gezielt ausschwärmen zu können.

Zusammenbruch verboten

Auf dem 330 Kilometer langen, zu betreuenden Straßennetz im Bereich Aachen, Düren, Eifel stehen besonders die Verkehrsachsen B 258 und B 399 im Blickpunkt. Auf den wichtigsten Zufahrtsstraße in die Eifel darf der Verkehr einfach nicht zusammenbrechen, komme was wolle.

Der eigentliche Winterdienst beginnt für die professionellen Schneeräumer ohnehin erst an Kalkhäuschen. Dieser ersten Wetterscheide hinter Aachen folgen zwei weitere: in Münsterbildchen und Fringshaus.

Hier viel, dort wenig

Auch in der Eifel sind die Schneemengen höchst unterschiedlich. In der Nacht zum Dienstag fielen beispielsweise in Mützenich fast 10 Zentimeter Schnee, in Richtung Schmidt waren es nur noch zwei bis drei Zentimeter.

„Dieser Winter ist sehr problematisch”, sagt Michael Schlaeger, der stellvertretende Leiter der Straßenmeisterei in Rollesbroich. „Man kann sich einfach nicht darauf einstellen”.

Die bisherigen Wintermonate Dezember und Januar sein geprägt gewesen von sehr wechselhaften Wetterlagen und Temperaturen, die häufig zwischen minus zwei und plus zwei Grad pendelten. In diesem Bereich ist wettermäßig vieles möglich.

Um drei Uhr geht’s los

Diese Problematik aber interessiert den Autofahrer nicht, er möchte in aller Frühe perfekt gestreute und geräumte Fahrspuren vorfinden. Und um dies zu gewährleisten, startet der Bereitschaftsdienst schon häufig um drei Uhr nachts die Fahrzeuge.

Über dennoch auftretende vereinzelte Kritik kann sich Einsatzleiter Otto Werker, der in 38 Jahren schon manchen strengen Winter erlebt hat, nicht ärgern, wohl aber über Autofahrer, die in der Eifel ohne Winterreifen unterwegs sind. „Winterreifen sollte man zur Pflicht machen”, wünscht sich der altgediente Straßenwärter.

Doch wegen der recht milden Winter der vergangenen Jahre hätten wieder mehr Autofahrer das Thema Winterreifen vernachlässigt. Aus Kreisen von Autohändlern habe er gehört, dass selbst jetzt noch eine Vielzahl von Kunden ihre eingelagerten Winterreifen noch nicht montiert hätten.

Landesweiter Appell

Ein landesweiter Appell, der auch an allen Winterdienst-Fahrzeugen in Form eines Aufklebers zu lesen ist, soll nun mithelfen, die Winterreifen-Moral der Autofahrer wieder zu verbessern.