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Drama im Venn: LVR fördert Vertonung der Geschichte vom „Kreuz der Verlobten“

Drama im Venn : LVR fördert Vertonung der Geschichte vom „Kreuz der Verlobten“

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) fördert in der Städteregion Aachen vier kulturelle Projekte mit 113.000 Euro, darunter auch ein musikalisches in der Eifel.

„Ich freue mich, dass auch bei uns in der Städteregion Aachen vier besondere Projekte durch den LVR gefördert werden“, sagt Städteregionsrat Tim Grüttemeier. „Dabei werden verschiedene Aspekte zu Herausforderungen, die uns immer präsenter im Alltag begegnen, thematisiert. Die Projekte greifen Probleme wie Klimaerwärmung oder Fragen zu unserem heutigen Gesellschafts- und Kulturverständnis auf.“

Ein Projekt widmet sich einer historischen Kirchenorgel, die im Jahre 1853 von den Gebrüdern Kalscheuer erbaut wurde. Sie fand ihren Standort in der ersten Kirche der Pfarre im Stolberger Ortsteil Schevenhütte. Anschließend wurde sie in die heutige katholische Kirche St. Josef übernommen, die in den Jahren 1888 bis 1889 errichtet wurde. Zum jetzigen Zeitpunkt befindet sich das Musikinstrument in einem katastrophalen Zustand, ist nicht nutzbar und wird ohne gründliche Restaurierung in absehbarer Zeit endgültig verfallen. Mit der Unterstützung des LVR soll das historisch wertvolle Instrument vor der vollständigen Unbrauchbarkeit bewahrt und restauriert werden. Die Orgel soll künftig dauerhaft wieder in seiner alten Klangfülle genutzt werden. Seinen Einsatz findet das restaurierte Instrument beim Gemeindegesang in den Gottesdiensten, bei der Begleitung des Kirchenchores, bei Orgelsolomessen sowie als Orgelpositiv bei Kirchenkonzerten mit Orchester.

Schneesturm im Jahr 1871

Des Weiteren soll die Geschichte um das „Kreuz der Verlobten“ vertont werden. Diese Erzählung basiert auf einer wahren Begebenheit, nach der zwei Verlobte im Jahr 1871 durch das Hohe Venn gingen, um die Papiere für ihre Hochzeit zu besorgen. Sie gerieten jedoch in einen Schneesturm und kamen darin ums Leben. An dieses Geschehnis erinnert das „Kreuz der Verlobten“ in der Nähe der Baraque Michel. Besuchenden, Touristen und Personen auf Wanderung in der Eifel wird diese Geschichte gerne erzählt und hat dort inzwischen einen Kultstatus erreicht. Im Rahmen des Projektes soll die Geschichte nun dergestalt vertont werden, dass neue Kompositionen für die Viola d’amore, die Liebesgeige, kreiert werden. Mit dem feinen Klang des ehemals beliebten, fast gänzlich verschwundenen Musikinstruments passt sie hervorragend in die schönen und eher kleinen Kirchen in der Eifel.

Die Erstellung eines Kulturentwicklungskonzeptes für die Stadt Stolberg stellt das dritte Projekt dar. In diesem sollen die Ansätze aus den vorliegenden Tourismuskonzepten im Hinblick auf die weitere Profilierung des kulturellen Angebots berücksichtigt werden und in dieses einfließen. Ziel des erstellten „Kulturentwicklungskonzeptes 2030“ ist es, künftig den Stellenwert des kulturellen Lebens zu erhöhen, das kulturelle Bewusstsein zu wecken und die Identität und Identifikation mit dem Kulturprogramm und der Stadt selbst zu stärken.

Außerdem soll das wissenschaftliche Projekt „,Arisierungen‘ durch die Stadt Aachen während der Zeit des Nationalsozialismus“ durch den LVR gefördert werden. Es handelt sich um ein Verbundprojekt der Stadt Aachen mit dem Lehrstuhl für Geschichte der Neuzeit vom 19. bis zum 21. Jahrhundert der RWTH Aachen. Die Übernahme des jüdischen Grundbesitzes durch die Stadt Aachen zwischen 1933 und 1945 soll im Rahmen dessen erforscht werden.

(red)