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Monschau: Liberalen behagt CDU-Mehrheit nicht

Monschau : Liberalen behagt CDU-Mehrheit nicht

Getreu der Devise „Klein aber fein” und mit neu formierter Führungsriege möchten Monschaus Liberale die kommunalpolitischen Aufgaben des Jahres 2004 engagiert anpacken.

Dies beschlossen die Mitglieder des FDP-Ortsverbandes im Rahmen ihres Parteitages.

Im Imgenbroicher Gasthaus „Zur Linde” begrüßte Vorsitzender Rolf Negerle elf Parteifreunde und Gäste. Der liberale Ratsherr vermerkte im Rechenschaftsbericht des Vorstandes, der Ortsverband sei im abgelaufenen Jahr von 15 auf nunmehr neun Mitglieder geschrumpft, doch diese überfällige „Karteibereinigung” diene freidemokratischen Zielen, die nun aktiven Mitglieder seien um so sachkundiger und einsatzfreudiger bei der Sache.

„Unsere Ratsarbeit läuft gut”, stellte Negerle fest. Freilich bedeutetet dies für den Sprecher auch viel Arbeit, wirkt er doch als einziger Blau-Gelber in gleich sechs Ausschüssen mit.

In der folgenden Aussprache bemängelten einige Diskussionsteilnehmer, „dass erhebliche Schülerzahlen aus unseren Nachbarkommunen Simmerath und Roetgen den Monschauer Haushalt stark belasten, die Denkmalpflege in Monschau vor gewaltigen Sanierungsproblemen steht, da muss einem schon etwas Besseres einfallen, als bloß die Grundsteuer zu erhöhen.”

Die CDU, beklagten Anwesende, habe „eine zu satte Mehrheit, da zeigt sich die Arroganz von Leuten im Amt, die keine Ahnung haben”. Schatzmeister Hermann Hoss verwies - angesichts einer bescheidenen Mitgliederzahl - auf einen überraschend gefestigten Kassenbestand.

Unter Leitung von Franz-Josef Zwingmann aus Roetgen, Vorsitzender der FDP-Kreistagsfraktion und Vorstandsmitglied im Aachener Kreisverband, wurden die übrigen Vorstandsposten gewählt. Vorsitzender ist und bleibt Rolf Negerle. Sein bisheriger Stellvertreter, Fritz Hentschel aus Kalterherberg, kandidierte nicht mehr und fand in Paul Hüllenkremer seinen Nachfolger. Der neue „Vize” ist im Begriff, von Würselen nach Imgenbroich umzuziehen. Wolfgang Weber wurde mit der Aufgabe des Schriftführers betraut, als Besitzer wird fortan Kurt Victor (Hatzevenn) fungieren.

In einem Statement zur aktuellen Politik wandte sich Franz-Josef Zwingmann an seine Parteifreunde und betonte, im Kreistag habe die FDP „Monschauer Interessen erfolgreich eingefordert”. Im Rahmen erfolgreich betriebener Touristik- und Kulturprojekte sei „einiges erreicht worden. Wir sind auf dem richtigen Weg, die Politik des Klein-Klein-Denkens zu verlassen und kooperativ in Regionen zu operieren”.

Zwingmann rief dazu auf, im Hinblick auf den bevorstehenden Kommunalwahlkampf Stärke zu zeigen und für liberale Werte zu kämpfen, die den Menschen nützten. Die Politik von Rot-Grün habe im Kreis, Land wie im Bund auf der ganzen Linie versagt. „Da muss ein Schlussstrich gezogen.

Hermann-Josef Bongard aus Woffelsbach ist Mitglied der Sonderkommission „Nationalpark” bei der Kölner Bezirksregierung. Er erstattete Monschaus Freidemokraten einen Situationsbericht und lehnte es ab „Naturschutz zur grünen Angelegenheit zu machen”. Der Nationalpark dürfe nicht nur zum Urwald werden, sondern müsse als ein gutes Stück Strukturpolitik für die Eifel, ihre Bewohner und auswärtige Gäste erlebbar sein.

Bongard stellte freilich auch die Frage, woher die aufzubringenden 36 Millionen Euro zur Einrichtung des Nationalparks Eifel denn wohl fließen könnten: „Landesregierung und Bund halten sich bislang äußerst bedeckt.”

Dr. Werner Pfeil, liberaler Kandidat für die Europawahl 2004, nutzte den Parteitag, sich im Südkreis vorzustellen. Er tat dies mit dem Referat „Eine liberale deutsche Position für Europa”. Jurist Pfeil stammt aus Stolberg, ist 38 Jahre und lebt und arbeitet in einer Würselener Anwaltsozietät, politisch ist er an seinem Wohnort wie im Kreistag tätig.