Roetgen: Liberale in Sorge um Roetgens Ortsbild

Roetgen: Liberale in Sorge um Roetgens Ortsbild

Zu seinem Ortsparteitag hatte der FDP-Ortsverband Roetgen, Rott und Mulartshütte jetzt seine Mitglieder unter dem Vorsitz von Dr. Georg Dittmer eingeladen.

Als Gast nahm auch Kurt Victor aus Monschau, seit einigen Tagen als Direktkandidat seiner Partei für den Südkreis (Wahlkreis Aachen IV) nominiert, an der Versammlung der Roetgener Liberalen teil.

In ihren Berichten aus dem Ortsverband und der Fraktion nahmen der Vorsitzende sowie sein Stellvertreter und Fraktionsvorsitzender, Franz-Josef Zwingmann, Stellung zu verschiedenen Aspekten der Ortspolitik. Kritisch setzten sie sich mit dem Haushalt der Gemeinde auseinander, hier insbesondere mit den ausufernden finanziellen Problemen bei der Sanierung des Lehrschwimmbeckens, und betonten, dass sich ihre Partei für eine wirtschaftliche und sparsame Haushaltspolitik einsetze, um Steuern und Gebühren für den Bürger möglichst gering zu halten.

Mehr Radweg gefordert

Angesichts des Drei-Millionen-Haushaltsdefizits müsse es zwar das Ziel sein, die Handlungsfähigkeit der Gemeinde wiederherzustellen, aber nicht zu Lasten von Ortscharakter und Wohnqualität oder mit irreparablen Schäden im Tourismusbereich.

Besonders am Herzen liege der FDP schon seit jeher ein Ortsentwicklungskonzept, das nicht unter dem Deckmantel der „Wirtschaftlichkeit und sozialen Verträglichkeit” einer zu engen und ortsfremden Bebauung Vorschub leiste, erklärte Dr. Georg Dittmer. Es sollte möglichst keine Einzelhausgrundstücke unter 500 Quadratmetern geben und auch eine das Ortsbild schädigende Versiegelung großer Flächen wie bei einer Erweiterung des Gewerbegebietes stünden die Liberalen kritisch gegenüber. Stattdessen solle sich die Verwaltung lieber um ein schnelleres Internet bemühen, das ein entscheidender Standortfaktor für die Ansiedlung von Dienstleistungs- und Wirtschaftsunternehmen sei, forderte Franz-Josef Zwingmann.

Eine Verbesserung der Lebensqualität für Einheimische und mehr Attraktivität für Touristen versprechen sich die Liberalen von der besseren Pflege inner- und überörtlicher Fuß-, Wander- und Radwege. Dabei steht auch die Anlage eines beidseitigen Rad- und Gehweges entlang der B 258 auf ihrer Agenda. In Mulartshütte müssten verkehrsberuhigende Maßnahmen zum Schutz der Bürger umgesetzt werden, die besonders am Wochenende stark dem Tourismusverkehr ausgesetzt sind.

Nachdrücklich sprachen sich die Liberalen noch einmal gegen die Windkraftanlagen im Münsterwald aus, sowohl wegen des unnötigen Verbrauchs von Natur und Landschaft als auch wegen befürchteter Einbußen im Tourismus.

Mehr Bürgerbeteiligung an politischen Entscheidungen ist ebenfalls ein Anliegen der Liberalen, sei es in Fragen des Haushaltes, bei der Ausweisung von Baugebieten oder der von Windkraftzonen innerhalb des Gemeindegebietes.

Der Roetgener FDP gehören zurzeit 20 Mitglieder an. Sie werden in den nächsten zwei Jahren von einer unveränderten Vorstandsmannschaft angeführt. Neben dem Vorsitzenden Dr. Georg Dittmer und seinem Stellvertreter Franz-Josef Zwingmann wurden auch Schatzmeister Hans-Peter Breiten und Schriftführerin Waltraud Barfknecht wiedergewählt. Als Beisitzer ergänzen Günter Barfknecht, Roland Meyer und Monika Müller-Zwingmann den Vorstand.

Zunächst richtet sich das Augenmerk auch der Roetgener FDP auf die anstehenden Landtagswahlen. Monika Müller-Zwingmann dankte Kurt Victor für die Bereitschaft, sich in schwieriger Zeit zur Verfügung zu stellen und sagte ihm die volle Unterstützung des Ortsverbandes zu. Vic tor betonte, dass es richtig gewesen sei, dass die Landtagsfraktion in der Haushaltsdebatte nicht „umgekippt” sei. Er sprach sich gegen weitere Verschuldung, aber gleichzeitig auch für mehr Geld für die Kommunen aus, das an anderer Stelle eingespart werden müsse. Dazu sei es auch nötig, das Anspruchsniveau zu senken. So sei gerade im ländlichen Raum die Frage zu stellen, ob wirklich auch das letzte Haus kanalisiert werden müsse. In einem kurzen Bericht vom Landesparteitag zeigte sich Franz-Josef Zwingmann überzeugt, dass mit Christian Lindner ein Herauskommen aus dem Umfragetief möglich sei. Die FDP als Partei „mit Ecken und Kanten” werde es sich aber auch künftig nicht nehmen lassen, unbequeme Wahrheiten auszusprechen und sich zu Wort zu melden, wenn etwas im Argen liegt.