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Monschau/Simmerath: „Lernen lernen” für die Ausbildung

Monschau/Simmerath : „Lernen lernen” für die Ausbildung

„Lernen lernen”. Für Jugendliche und junge Erwachsene, die die „ausbildungsbegleitenden Hilfen” (abH) in Anspruch nehmen, ist dies ein wichtiger Schritt zum erfolgreichen Abschluss der Lehre.

Immer häufiger nehmen auch Azubis im Bereich der Nordeifel dieses Hilfeangebot während der Berufsausbildung an.

Auf einer Etage und gleichsam Tür an Tür mit dem Arbeitslosenzentrum von Wolfgang Tambornino im Monschauer Bischof-Vogt-Haus bieten die Sozialpädagogen Sabine Giesker und Peter Lindt die für die Betroffenen kostenlose „Nachhilfe” an.

Hilfe bei Problemen

Sie helfen bei Problemen in der Berufsschule oder im Betrieb, bei Angst vor (Zwischen-) Prüfungen, Mobbing oder schlechtem Betriebsklima, bei Hausaufgaben oder auch bei Problemen im Elternhaus.

Was mit 18 begleiteten Azubis 1991 begann, hat sich auf 36 durch die Bundesagentur für Arbeit (BfA) genehmigte und finanzierte Plätze ausgewachsen. Wer die abH in Anspuch nehmen möchte, der muss zunächst einen Antrag stellen, über den dann das Arbeitsamt entscheidet.

Junge Klienten

„Es wird selten jemand abgelehnt, ehemalige Sonder- oder Förderschüler ohnehin nicht”, so Sabine Giesker, die den jungen Klienten vor allem in den kaufmännischen Bereichen weiterhilft, während ihr Kollege Peter Lindt, der das Projekt 1991 ins Leben rief und aufgebaut hat, eher die technischen Ausbildungsberufe betreut.

In Kleingruppen wird ausschließlich in den prüfungsrelevanten Fächern unterrichtet, werden Prüfungssituationen simuliert, Probleme besprochen, Schwächen bekämpft.

„Natürlich können wir nicht Fachleute für jeden Beruf sein”, so Sabine Giesker. Aber gerade bei der Prüfungsvorbereitung kann das abH-Team schon wertvolle Arbeit leisten. „Ein Erfolgsfaktor dabei ist sicher, dass es hier, anders als in der Berufsschule, ohne Zwang zugeht. Wer hierhin kommt, tut dies freiwillig”, so die Sozialpädagogin, die vor ihrem Studium selbst eine kaufmännische Lehre absolvierte. „In elf Jahren ist noch niemand durch die Prüfung gefallen, der zuvor die abH in Anspruch genommen hat”, weiß Sabine Giesker, die zuvor ein ähnliches Projekt in Jülich betreut hat und nun seit Oktober in Monschau zuständig ist.

Allerdings hat es auch Teilnehmer gegeben, die das Betreuungsprojekt unregelmäßig besucht, schlussendlich abgebrochen und dann auch ihre Prüfung „versemmelt” haben.

Einmal wöchentlich

Junge Leute, die das Angebot in Anspruch nehmen, besuchen im Schnitt einmal wöchentlich die Gruppenstunde auf der 2.Etage im Bischof-Vogt-Haus oder auch in einem Klassenraum der Simmerather Berufsschule, wo ebenfalls Stunden angeboten werden, dort überwiegend in Zusammenarbeit mit den Ausbildern im Kfz-Bereich, wie Wolfgang Tambornino erläutert.

Keine starren Arbeitszeiten

„Vor Prüfungen werden auch schon mal Sonderschichten eingelegt, notfalls auch abends oder am Wochenende”, gibt es für Sabine Giesker und Peter Lindt keine starren Arbeitszeiten. Besser als „auf den letzten Drücker” greift die Hilfe jedoch, wenn sie so früh wie möglich in Anspruch genommen wird. „Wer schon zu Schulzeiten Lernprobleme hatte, sollte unser Angebot am besten gleich zu Beginn der Ausbildung in Anspruch nehmen”, so Peter Lindt.

Dabei sind nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Eltern oder der Ausbildungsbetrieb aufgerufen, Kontakt mit dem abh-Team aufzunehmen.