Monschau: Lernen in den Ferien ist kein Widerspruch

Monschau: Lernen in den Ferien ist kein Widerspruch

„Endlich Ferien!” klingt es am Freitag wieder auf allen Schulhöfen, denn die zweiwöchigen „Kartoffelferien” stehen vor der Tür. Auf die Herbstferien freuen sich auch die Schüler der Hauptschule Monschau-Roetgen, und sechs Schüler der Klassen acht und neun werden im Anschluss ganz sicher von einem Ferienerlebnis der besonderen Art berichten können.

Das halbe Dutzend Hauptschüler wird sich am Projekt Lernferien beteiligen. Lernen in den Ferien: Das klingt beim ersten Hören wie ein krasser Wiederspruch, doch die teilnehmenden Schüler blicken über den Tag hinaus und denken zeitig an ihre berufliche Zukunft, denn bei den Lernferien steht das Thema Berufsorientierung im Mittelpunkt.

„Die Lernferien sind ganz anders als Schule. Da geht es viel lockerer zu, und mir ist klarer geworden, in welche berufliche Richtung ich gehen möchte”, beschreibt Julia Sieberichs ihre Erfahrungen bei den zurückliegenden Lernferien.

Insgesamt haben sich schon über 1000 Schüler in NRW an den Lernferien beteiligt. Die Seminare dauern eine Woche und bieten an verschiedenen Orten verschiedene Angebote für alle Schulformen. Für die Hauptschüler richtet sich der Fokus dabei auf die Berufsorientierung mit den Themenschwerpunkten Interessen und Neigungen, Kompetenzen und Bewerbungstraining.

Seit drei Jahren ist die Hauptschule dabei, wobei die Teilnahme selbstverständlich freiwillig ist. Eine Woche lang geht es dann um Punkte wie kreatives Bewerben, Rollenspiele oder den Informationsaustausch mit Firmen und Auszubildenden.

Zu den Lernferien gehört auch ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm, ehe es dann nach sechs Tagen wieder nach Hause geht. Die Kosten für die Seminare und die Unterbringung werden von der Stiftung Partner für Schule NRW und der Landesregierung übernommen.

„Es ist eine tolle Sache, wenn Schüler diese Motivation aufbringen und dafür einen Teil der Ferien opfern”, freut sich auch Berufswahlkoordinator Borris Freitag über das Engagement der jungen Leute. Selbstverständlich sei damit auch die Hoffnung für die Teilnehmer verbunden, dass sie durch die Lernferien einen Vorteil bei Bewerbungsverfahren erzielten.

„Es war sehr aufregend, und wir hatten großen Spaß”, beschreibt Kai Bleistein seine Erfahrungen bei den Lernferien. Vor allem das von einer Kamera aufgezeichnete Bewerbungsgespräch-Training sei für ihn sehr aufschlussreich gewesen. Zudem haben man auch neue Freunde gefunden, und die geknüpften Kontakte seien über die Lernferien hinaus erhalten geblieben.

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