Simmerath: Leitungswechsel bei „Heimat-AG“

Simmerath: Leitungswechsel bei „Heimat-AG“

Im Hotel zur Post in Simmerath hatten sich die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft der Heimat- und Geschichtsvereine sowie sachkundiger Privatpersonen im Monschauer Land („Heimat-AG“) zu ihrer halbjährlichen Versammlung getroffen. Leiter H. Jürgen Siebertz stellte das Ergebnis der Arbeitsgemeinschaft zum Thema „Zwangsarbeit während der NS-Zeit im Monschauer Land“ vor.

In einer gebundenen Fassung hatte er die Recherchen der einzelnen Heimatvereine zusammengestellt und mit weiteren Fachbeiträgen versehen. Dabei betonte er, dass die Broschüre nur als vorläufiges Werk zu betrachten sei, da sich ein Teamkollege noch weiter in die Materie vertieft habe und eventuell zu einem späteren Zeitpunkt eine differenziertere Erörterung vorstellen will.

Stolperstein in Eicherscheid

Im zweiten Teil des Abends legte Jürgen Siebertz dar, dass er aus gesundheitlichen Gründen sein ehrenamtliches Engagement zurückfahren müsse und deshalb auch seine Aufgaben als Leiter der Arbeitsgemeinschaft nicht mehr wahrnehmen könne.

Nach einigen Personalvorschlägen wählte die Versammlung dann per Akklamation Manfred Huppertz aus Konzen zum neuen Leiter der „Heimat-AG“, die sich als Koordinationselement, aber nicht als Verein oder Verband betrachtet. Manfred Huppertz nahm die Wahl für einen Zeitraum von drei Jahren an und dankte für das Vertrauen.

Erwin Finken aus Simmerath übergab den Teilnehmern (nach Orten sortiert) 200 alte Fotos aus einer Schenkung. Weitere 400 Fotos, die nicht zugeordnet werden konnten, wurden zur Identifizierung weitergereicht, damit Adressaten ermitteln werden können. Ludwig Siebertz aus Eicherscheid kündigte an, dass in Kürze in seinem Ort ein „Stolperstein“ als Gedenkstein für den einzigen Juden (die einzige jüdische Familie?) aus der hiesigen Gegend aufgestellt werde.

Weiter sei 2017 geplant, „Am Gericht“ eine Infotafel an dem ehemaligen Galgenplatz aufzustellen. Aus Schmidt äußerte Engelbert Donnay seine Betroffenheit, dass auf dem Soldatenfriedhof Vossenack eine Grabplatte aus dem 2. Weltkrieg schon einige Mal gestohlen worden sei. Manfred Huppertz wies auf die Zusammenarbeit der beiden Heimatvereine Imgenbroich und Konzen mit dem Geschichtsverein des Monschauer Landes hin, die mit dem Autor Günter Krings aus Dedenborn ein Buch mit dem Titel „Bevölkerungsentwicklung von Konzen und Imgenbroich von 1640 bis 1970“ herausgebracht haben.

Ein weiteres Beispiel für die gute Zusammenarbeit war die Vorbereitung auf die kürzlich eröffnete Ausstellung im Stadtarchiv Monschau. Die Heimat- und Geschichtsvereine aus Mützenich, Imgenbroich und Konzen haben hier mit dem Geschichtsverein Bilder von Walter Scheibler aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg und gleiche Ansichten der heutigen Zeit mit Kurzbeschreibungen in einer sehenswerten Ausstellung zusammengestellt. Eine gleichartige Ausstellung ist für weitere Dörfer des Monschauer Landes geplant.

Flüchtlinge neues Thema

Die Arbeitsgemeinschaft stellte sich für 2017 ein neues Thema, das in den einzelnen Orten recherchiert werden soll: „Flüchtlinge nach 1945 im Monschauer Land“. Dabei sollen wieder Einzelschicksale von deutschen Heimatvertriebenen aus ihren angestammten Gebieten im Mittelpunkt stehen. Als Anregung wurden im Vorfeld einige Stichworte ausgetauscht, wie z. B. Schlesiertreffen, Bund der Vertriebenen, Integrationsprobleme mit evangelischen Flüchtlingen usw. Den Teilnehmern fiel auf Anhieb viel Gesprächsstoff zu diesem Themenkomplex ein, der dann in den einzelnen Orten aufgearbeitet werden soll.

So haben die Teilnehmer auch unter der neuen Leitung von Manfred Huppertz, der im Übrigen auch zu den Gründungsteilnehmern der Heimat-AG gehört, eine Menge für das kommende Winterhalbjahr vor.