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Epizentrum in Hürtgenwald: Leichtes Erdbeben schreckt Menschen in der Eifel auf

Epizentrum in Hürtgenwald : Leichtes Erdbeben schreckt Menschen in der Eifel auf

In Teilen der Rur- und Nordeifel sowie im südlichen Aachener und Stolberger Raum wurden die Menschen am Samstagmorgen von einem leichten Wackeln und Zittern geweckt: Laut Informationen des Geologischen Dienstes NRW hatte ein leichtes Erdbeben eine Stärke von 2,6 auf der Richterskala.

Das Beben ereignete sich demnach um 6.25 Uhr am frühen Samstagmorgen, das Epizentrum wurde zunächst in Roetgen lokalisiert, wurde aber zwei Stunden später nach genauerer Auswertung bei Raffelsbrand in Hürtgenwald gesehen. Das Beben hatte eine Herdtiefe von sieben Kilometern, wie der Geologische Dienst auf seiner Webseite berichtet.

In Teilen der Nordeifel war die Erschütterung deutlich zu spüren. Mehrere Anwohner auf Nideggen und Simmerath haben dem Geologischen Dienst laut dessen Angaben von „einem leichten Zittern oder Schüttel berichtet“. Möbel hätten gewackelt, Holzeinbauten geknarrt.

Das erste deutlich spürbare tektonische Erdbeben in Nordrhein-Westfalen seit über einem Jahr: Mit Magnitude 2.6, so ergibt es die Auswertung des Geologischen Dienstes, war es ähnlich stark wie die letzten "größeren" Beben im April in Merzenich und vergangenen November in Hürth.
Aufgrund der frühen Uhrzeit (06:25 Uhr) ließ das Erdbeben einige Menschen aufgeschreckt zurück, auch wenn die Dauer als relativ kurz beschrieben wird. Anhand bisher eingegangener Zeugenmeldungen lässt sich der Schütterradius, also die Größe des Gebiets, wo Erschütterungen spürbar waren, auf rund 13 km taxieren. Das Gebiet umfasst neben Hürtgenwald auch die Gemeinden Roetgen, Simmerath, Nideggen, Teile von Belgien sowie den äußerten Süden von Aachen und Stolberg.
Trotz recht geringer Tiefe von sieben Kilometern war die Intensität des Bebens selbst am Epizentrum nicht höher als III. Entsprechend ist es nicht zu erwarten, dass es zu Schäden jeglicher Art gekommen ist.

Die Lage des Epizentrums ist interessant, da es dort, zwischen Hürtgenwald und Simmerath, in den vergangenen Jahren mehrfach zu kleineren Erdbeben gekommen ist. So zum Beispiel im Oktober 2017, als während eines Schwarmes mehrfach selbst kleine Erdbeben (bis M1.3) vereinzelt sehr schwach verspürt worden sind. Zuletzt bebte es am 8. Oktober 2018 mit Magnitude 1.8 in Simmerath. Dieses Beben wurde allerdings nicht verspürt.

Am Samstag und Sonntag kam es bisher nicht zu signifikanten Nachbeben. Auch Vorbeben wurden nicht verzeichnet. „Es ist nicht auszuschließen, dass in den kommenden Stunden und Tagen noch kleine Nachbeben folgen“, so Jens Skapski vom Internetportal erdbebennews.de.

Sie haben das Beben auch bemerkt? Beim Geologischen Dienst NRW können Sie Ihre Beobachtungen melden.

(nile)