Kalterherberg: Lehm steht für die Armut Jesu

Kalterherberg: Lehm steht für die Armut Jesu

Ein Bauwerk geht seiner Vollendung entgegen. Der Umbau des Innenraums des Eifeldoms in Kalterherberg ist nahezu vollbracht. Am Sonntag waren die fleißigen Helfer und die Pfarrangehörigen zum Helferfest eingeladen.

Das Konzept orientiert sich bis in das kleinste Detail an den Vorgaben des 2. Vatikanischen Konzils und der Liturgie. Es ermöglicht ein völlig neues Erleben der heiligen Messe, in dem der Priester gleichsam mitten in der Gemeinde steht und nicht weit entfernt im Chorraum die Messe zelebriert.

Arbeit startete im Januar

Auch die kritischen Kirchenbesucher sollen überzeugt werden, dass die Umgestaltung des Kircheninnenraums längst überfällig und der richtige Schritt war. Schließlich liegt das 2. Vatikanische Konzil über 40 Jahre zurück.

Sozusagen auf der Zielgeraden der Umbauarbeiten durfte sich die Pfarrgemeinde am Sonntagnachmittag bei Kaffee und Kuchen von den Baufortschritten überzeugen. Fleißig waren die freiwilligen Helfer in den vergangenen Monaten.

Begonnen hatten die Bauarbeiten am 5. Januar. Nachdem die Bänke abmontiert waren, galt es zunächst, den Fußboden aufzuheben und den Marienaltar abzubauen. Die Wiederverwendung aller Baumaterialien war dabei oberstes Gebot. So wurden die Blausteinplatten des Fußbodens fein säuberlich gestapelt, um sie denn in einem späteren Bauabschnitt wieder einzubauen. Als nächstes galt es, eine große Menge an Bauschutt wegzuschaffen bevor dann mit der Schalung für die Altarinsel begonnen werden konnte. Gleichzeitig wurde der große Ringleuchter über dem Altar angebracht. Der Chorraum wurde durch eine Brüstungsmauer abgetrennt und dient als Kapelle.

Der Altar findet nach dem Umbau im Zentrum der Kirche Platz und zwar leicht erhöht auf einem kreisrunden Podest. Altar, Ambo, die Sakramentsäulen und die Sedilien sind aus Lehm gefertigt. Die Einfachheit des Materials Lehm weist auf die Armut und das einfache Leben von Jesus hin. Und schließlich erinnert Lehm an die Zeit der Erbauung der Kirche zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Als der Eifeldom im Jahr 1901 vollendet wurde, da lebten viele Kalterherberger gleichsam in Lehmhäusern und erbauten ihrem „Herr Gott” ein festes Haus aus Stein.

2000 Stunden ehrenamtlich

Etwa 2000 Stunden haben die rund ein Dutzend ehrenamtlichen Helfer seit Anfang Januar in der Kirche zugebracht und das Bauwerk so gut wie vollendet. Unterstützt wurden die tatkräftigen Helfer von vielen Frauen der Pfarrgemeinde, die sich um das leibliche Wohl der Arbeiter kümmerten und auch schon einmal eine Flasche Els spendierten.

Was bleibt, ist die Fertigstellung des Bodenbelags der Altarinsel, das Anbringen der Heiligenfiguren und der Sitzbänke im Chorraum und einige Malerarbeiten.

So Gott will, wird die erste Eucharistie an Palmsonntag im neu gestalteten Eifeldom gefeiert werden.

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