Konzen - Langstreckenläufer haben auch ein großes Herz

Langstreckenläufer haben auch ein großes Herz

Von: aj
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Drei Projekte erhielten eine großzügige Spende von „Running for Kids – Leichtathleten helfen Kindern mit Beeinträchtigungen“ (v. l.): Oliver Krings (Vorsitzender des TV Konzen), Peter Borsdorff (Running for Kids), Marianne Arndt (EifelFam), Gisela Esser (Förderkreis „Schwerkranke Kinder e.V.“) und Hermann Carl (Rollende Waldschule). Foto: Aline Jansen
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Die Wertung der Jugendstaffel gewannen die „Power Girls“ der LG Mützenich (Michelle Jansen, Milena Vogel, Sonja Vernikov und Celine Schneider) in 3:11:13 Stunden.

Konzen. Er hat es wieder geschafft: André Collet (ATG 1862) gewinnt auch die 41. Auflage des Monschau Marathons (MoMa). Er stand auch bei der Siegerehrung im Mittelpunkt, aber auch viele andere. Wer sich die Marathonstrecke nicht ganz zutraute, konnte sie sich mit einem oder mit drei Staffelkollegen teilen.

Die schnellste Zweierstaffel der Männer stellte der TV Konzen mit Patrick Jakobs und Max Richerter (2:58:46 Stunden). Bei den Frauen liefen Ilka Bolten und Anne Geller-Gravez (3:48:14 Stunden) von der DJK Elmar Kohlscheid auf Platz eins. Die beste gemischte Staffel bildeten Ines und Jens Ditters (3:19:01). Bei der Viererstaffel siegten Albert Knauf, Volker Jansen, Christian Blauth sowie Alain Wolf (2:51:45) und machten ihrem Teamnamen „Alt aber knackig“ alle Ehre.

Die Wertung der Jugendstaffel gewannen die „Power Girls“ der LG Mützenich (Michelle Jansen, Milena Vogel, Sonja Vernikov und Celine Schneider) in 3:11:13 Stunden mit sieben Minuten Vorsprung. Beim TV Konzen mangelt es an Nachwuchsläufern eindeutig nicht, denn die anderen fünf teilnehmenden Jugendstaffeln stellte allesamt der TV Konzen.

Höchstes Lob

Der Monschau Marathon ist bekannt für seine Kulisse: einmalige Landschaften, die historische Altstadt Monschaus und malerische Bachtäler. Doch mit seinen 750 Höhenmetern ist er auch anspruchsvoll und eine echte Herausforderung für Körper und Geist. Die tolle Streckenführung und die gute Organisation wurden in höchsten Tönen gelobt. Und auch das Organisationsteam war mit dem Tag zufrieden. Oliver Krings bedankte sich im Rahmen der Siegerehrung bei den 500 ehrenamtlichen Helfern, die dieses Spektakel im kleinen Eifeldorf erst möglich machen. Und er bedankte sich beim Wettergott, denn zum Laufen war das Wetter optimal: trocken und nicht zu heiß.

Wetter spielte nicht ganz mit

Das war aber leider nicht das ganze Wochenende so, und am Freitag musste umgeplant werden: Die Summer-Open-Air-Fete wurde vom Schulhof in das große Zelt verlegt, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat. Bei leckeren Cocktails und Livemusik der Band „The Surprise“ hatten die Besucher auch unter Dach ihren Spaß.

Am Samstag meinte es Petrus dann wirklich nicht gut mit der Laufgemeinschaft. Trotzdem wagten sich fast 70 Mountainbiker auf die Marathonstrecke und auch beim 8. Barmer Mini-Marathon gingen 69 Teilnehmer an den Start. Hierbei gewann Michael Roder (TV Konzen) mit 16:01 Minuten vor Alexander Hans (The Team To Beat) und Wiktor Vernikov. Auch beim Eifel-Panorama-Walk waren trotz wenig sommerlichen Wetters 114 Athleten am Start. 35 von ihnen entschieden sich für die kürzere Variante von 4,2 Kilometern entlang der Vennbahn-Route. Die anderen wagten sich an die 12,7-Kilometer-Strecke, die hinauf zum Stehling und Kaiser Karls Bettstatt führte.

Über die kürzere Distanz setzte sich Ralph Finken (nordic walk 4 fun Mönchengladbach, 25:30 Minuten) durch und über die längere Strecke schaffte dies Ludger Schoenmackers (VT 1859 Kempen, 1:21.01 Stunden). Die schnellsten Frauen waren Melanie Finken (35:23 Minuten, Gesamtplatz sechs) und Anna Seeberger (1:31:47 Stunden, Gesamtplatz vier).

Wer die Laufveranstaltungen in der Region kennt, weiß, dass einer eigentlich nicht weit sein kann, wenn die Sportler ihre Laufschuhe schnüren: Peter Bosdorff, der Mann mit dem großen Herz und der Sammelbüchse. Seit dem 14. Januar 1995 ist der heute 73-Jährige „laufend“ unterwegs für den guten Zweck. Mit seiner Aktion „Running for Kids – Leichtathleten helfen Kindern mit Beeinträchtigungen“ hat er sich zum Ziel gesetzt, Kindern in der Region, die durch Behinderung, schwere Krankheit oder große Armut gehandicapt sind, zu helfen. In den vergangenen 22 Jahren konnte die Aktion 2687 Mal in 137 Orten helfen. Dabei ist bisher die unglaubliche Summe von 1,65 Millionen Euro zusammengekommen.

Klar, dass Borsdorff auch beim Monschau Marathon nicht fehlen durfte. Er nutzte die Gelegenheit, um drei Spendenschecks zu überreichen. Die erste Spende ging an Hermann Carl von der „Rollenden Waldschule“. Er bringt Kindern auf spielerische Art den Wald mit seinen Bewohnern näher. Ein großes Problem dabei ist, dass viele Wege nicht rollstuhlgeeignet sind und wer nicht laufen kann, hat kaum eine Chance die Natur zu erleben. Deshalb hat er ein Gefährt entwickelt, mit dem auch gehandicapte Menschen an seinen Exkursionen teilnehmen können. Dieses Mobil soll nun zusätzlich motorisiert werden. Dafür erhielt er 750 Euro von Borsdorff.

Spende unterstützt Familie

1000 Euro gingen an den Förderkreis „Schwerkranke Kinder e.V.“ in der Region Aachen. Gisela Esser nahm die Spende als Vertreterin der Sektion Eifel dankbar entgegen. Der Verein unterstützt Familien bei der Betreuung und der Bewältigung des Alltags mit schwerstkranken Kindern.

Bei der dritten Spendenübergabe musste Borsdorff etwas ausholen, um die berührende Geschichte zu erzählen, die hinter dieser Aktion steckt. Vor ein paar Wochen erhielt er einen Anruf vom „Eifeler Netzwerk für Familien e.V.“, kurz EifelFam. Es ging um die furchtbare Geschichte einer Eifeler Familie, die ein altes Haus gekauft hatte. Der Familienvater wollte es renovieren und zu einem Zuhause für sich, seine Frau und die vier kleinen Kinder machen. Doch dann kam alles anderes. Vor wenigen Wochen ist er an Krebs gestorben, und nun stehen Ehefrau und Kinder vor dem Nichts. Das alte Haus ist eine Baustelle und noch nicht winterfest.

EifelFam möchte der Familie helfen, holte Angebote von Handwerkern ein und wandte sich schließlich an Borsdorff mit der Frage, ob er eventuell eine kleine finanzielle Unterstützung mit „Running for Kids“ geben könnte. „Ich habe sofort zugesagt, 1000 Euro beizutragen. Dann habe ich eine Nacht darüber geschlafen und entschieden, für die Familie zu laufen und eine größere Spendenaktion zu starten“, sagte Borsdorff.

Am 25. Juli fiel der Startschuss für die Aktion, die bis zum 13. August, bis zum MoMa, laufen sollte, wo der Scheck nun übergeben wurde. Und in diesen drei Wochen hat Borsdorff einmal mehr Unglaubliches vollbracht: Sowohl die Zuschauer als auch Marianne Arndt von EifelFam staunten nicht schlecht, als er ihr einen Scheck in Höhe von 20.000 Euro übergab. „Ich hoffe, damit bekommen wir das Haus der Familie winterfest“, sagte Borsdorff, bevor er mit seiner Sammelbüchse wieder über den Dorfplatz zog und fleißig für das nächste Projekt sammelte.

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