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Rurberg: "Land unter" auf der Seeufer-Straße

Rurberg : "Land unter" auf der Seeufer-Straße

Es goss wie aus Kübeln, über Rurberg ging eine Sintflut nieder: Das Wasser schoss aus dem Kanal, die Straße am Seeufer war auf gut 100 Metern Länge im Bereich des Minigolf-Platzes überflutet.

Nach etwa 30 Minuten war das „Jahrhundertereignis” vorbei, was zurückblieb, waren allerlei übel riechende Reste aus dem Kanal. Daher musste die Feuerwehr anrücken, um die Straße zu säubern, denn am nächsten Morgen sollte die Fronleichnamsprozession den Weg am Seeufer vorbei nehmen.

Kanalarbeiten fertig

Die Kanalarbeiten in Rurberg sind bis auf ein paar Restarbeiten seit gut zwei Wochen abgeschlossen. Ziel der umfangreichen Arbeiten ist es, über die erneuten Kanalsysteme die Einträge in den Rursee deutlich zu verringern. Die Kanalisation und der Abschlag sind auf ein zehn Minuten dauerndes Regenereignis von 145 Litern je Hektar ausgelegt.

Umgerechnet bedeutet dies: Der Abschlag ist auf 1,5 Kubikmeter je Sekunde ausgelegt. Diese „Auslegung” haben die Gemeinde und das von ihr beauftragte Ingenieurbüro Berg & Partner mit den zuständigen Fachbehörden bei der Bezirksregierung in Köln und dem Staatlichen Umweltamt in Aachen entsprechend abgestimmt.

Am Mittwoch vor Fronleichnam passierte nun ein Regenereignis, das nach Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes im Schnitt nur alle 75 Jahre passiert: Innerhalb von 20 Minuten prasselten von 20.30 Uhr an in Rurberg 31,6 Liter nieder. Die Folge: Kanal und Abschlag konnten die riesigen Wassermengen nicht fassen. Durch die ungeheure Kraft des Wassers wurden die Kanaldeckel weggeschoben, das Mischwasser schoss gleichsam aus dem Kanal und überflutete gut 15 Zentimeter hoch die Straße am Seeufer. Betroffen war auch der Keller eines Hauses an der Straße Seeufer.

Im Gespräch mit Diplom-Ingenieur Helmut Berg und seinen Partnern haben Bürgermeister Hubert Breuer, Beigeordneter Karl-Heinz Hermanns und Karl-Josef Müller vom Bauamt das „Wasserereignis” und die Folgen erörtert. Gemeinsam mit den Fachbehörden wird nun geprüft, ob das Regenwasser (Oberflächenwasser) unmittelbar in den Rursee abgeschlagen werden kann, um so Kanal und Abschlag zu entlasten.

Auf diese Feststellung legen Gemeinde und Ingenieurbüro großen Wert: Während der Extremsituation am vergangenen Mittwoch haben die installierten Pumpen einwandfrei gearbeitet. Ausfälle der Pumpen gab es allerdings während der Bauzeit, die Folge: aus dem Kanal drangen üble Gerüche, die von den Bürgern als Belästigung empfunden wurden.

Die Pumpen sind repariert, die Kanäle gespült, so dass nun keine Geruchsbelästigung mehr zu erwarten sei, sagen die Ingenieure. Wenn doch, dann werde geprüft, was dagegen getan werden könne.

Wasserprobleme (überflutete Straßen) gab es am vorigen Mittwoch auch in Woffelsbach. Gemeinde und Ingenieurbüro prüfen, wie Überschwemmungen künftig verhindert werden können. Karl-Josef Müller macht darauf aufmerksam: Es ist Aufgabe der Bürger, in den Kanalhausanschluss Rückstau-Klappen einzubauen, um so einen Rückstau der Abwasser vom Kanal in die Häuser zu verhindern.