Lammersdorf: Lammersdorfer Eifelverein erlebt eine Radtour mit sehr viel Abwechslung

Lammersdorf: Lammersdorfer Eifelverein erlebt eine Radtour mit sehr viel Abwechslung

Was tun, wenn man unterwegs auf die Zornige Ameise trifft? Der ungewöhnliche Straßenname in Essen-Bergerhausen war eine der zahlreichen kleinen und großen Besonderheiten, der der Lammersdorfer Eifelverein auf seiner viertägigen Fahrradtour zwischen Rhein, Ruhr und Lippe begegnete.

Über mangelnde Abwechslung konnten sich die acht Teilnehmer an der 277 Kilometer langen, von Elisabeth Läufer organisierten und geleiteten Rundfahrt ab Moers nicht beklagen. Die ersten beiden Tage führten durch das Herz des Ruhrgebiets. Nach der Überquerung des Rheins und einem Fotostopp an der Ruhrmündung ging es am ersten Tag auf dem Uferradweg über Duisburg, Mühlheim und Kettwig zur Jugendherberge nach Essen-Werden.

Was zunächst nach einer wenig romantischen Tour durch dicht besiedeltes und industrialisiertes Gebiet klang, entpuppte sich aber als ein Erlebnis mit schönen Flussauen, vielen Feldern und kulturellen Sehenswürdigkeiten wie beispielsweise das Schloss Broich oder dem 50 Meter hohen, denkmalgeschützten Wasserturm des ehemaligen Thyssen-Walzwerks bei Mülheim.

Die zweite Etappe der Radtour über Essen, Schalke, Wanne, vorbei an Recklinghausen und Castrop-Rauxel sowie entlang des Rhein-Herne-Kanals nach Dortmund kam dem, was man sich unter Ruhrpott vorstellt, dann recht nahe. Nahtlos ineinander übergehende Orte und Städte, Schwerindustrie, stillgelegte Zechen, ehemalige Bergbausiedlungen, Industriebrachen, Gewerbegebiete, Kraftwerke und der Kloakenflair der kanalisierten Emscher, gepaart mit einem wolkenverhangenen Himmel, aus dem es vormittags regnete.

Zwischen Feldern und Wiesen

Trotzdem gab es auch hier immer wieder grüne Auszeiten vom Ballungsraumgedränge mit schattigen Pausenplätzen unter Bäumen. Dann die landschaftliche Kehrtwende um 180 Grad. Am dritten Tag, nach dem Durchfahren des weitläufigen Geländes des UNESCO-Weltkulturerbes Zollverein, tauchten schon bald rechts und links vom Dortmund-Ems-Kanal die ersten Naturschutzgebiete auf.

Nach der Besichtigung des historischen Schiffshebewerks Henrichenburg wurde die Landschaft westlich von Datteln bis zum Etappenziel Dorsten endgültig ländlich, sowohl rechts und links vom Wesel-Datteln-Kanal als auch entlang der Lippe. Das gewaltige Areal des Chemieparks Marl blieb die Ausnahme. Auch am vierten Tag war bis zum Rhein von Hochöfen und Co. nichts zu sehen. Stattdessen zogen bis Dinslaken Getreide- und Kartoffelfelder, Wiesen mit weidenden Pferden und Kühen, von alten Eichen umrahmte Backsteinhöfe und ausgedehnte Waldgebiete wie den Gartroper Busch oder die Bruckhauser Heide vorüber.

Nach der Überquerung des Rheins auf der Fähre bei Oray war es nicht mehr weit bis nach Moers. Bevor die Drahtesel wieder auf den Fahrradträgern landeten und es voll bepackt mit schönen Erinnerungen nach Hause ging, gönnten sich dort die Radfahrer der Ortsgruppe Lammersdorfer auf dem Marktplatz im Schatten eines Sonnenschirms noch einen Kaffee und ein Stück Kuchen - als Trost dafür, dass alles Schöne so schnell vorbeigeht.

(bl)
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