Roetgen: Kupferstraße und Kreuzweg in Denkmalliste aufgenommen

Roetgen: Kupferstraße und Kreuzweg in Denkmalliste aufgenommen

„Warum etwas beschließen, was lange schon Bestand hat“, fragte Stephan Speitkamp (CDU) in der Sitzung des Umwelt-, Touristik- und Forstausschusses der Gemeinde Roetgen, als es um die Eintragungen einiger Bodendenkmäler sowie der Kreuzweganlage in Rott in die Denkmalliste der Gemeinde ging. „Es würde doch überhaupt nichts bringen, wenn wir keine Zustimmung signalisierten“, sagte Speitkamp.

Man könne nur begrüßen, dass Gespräche zwischen der Gemeinde, den Eigentümern und dem Landschaftsverband Rheinland zu Erfolgen geführt hätten.

„Wir brauchen aber eine Entscheidung des Ausschusses“, klärte Hauptamtsleiter Michael Linzenich auf. „Es gibt überhaupt nichts zu beschließen, aber schaden kann es auch nicht“, meinte Helmut Mulorz (SPD). Er finde es gut, dass eine Eintragung als Denkmal nun vollzogen werden könne.

Es ging um drei Objekte, unter anderem um die Kupferstraße (Stolberger Strang) sowie um die Eintragung der Kreuzweganlage in Rott.

Bürgermeister Jorma Klauss (SPD) freute sich, dass auch bei der Kreuzweganlage eine entsprechende Eintragung jetzt vollzogen werde. „Eine gute Sache sicher auch für den Verein, der sich darum kümmert“, meinte er.

Rolf Wilden, Geschäftsführer des Heimat- und Geschichtsvereins (HeuGeVe) Roetgen, gab noch nähere Erläuterungen zu den Bodendenkmälern. Bei der Kupferstraße handele es sich um Reste einer mittelalterlichen Fernverkehrsstraße, die einst auch durch Roetgen führte. Den jetzt geschützten Teil im Münsterwald bezeichne man auch als Kupferstraße, weil dort einst Stolberger Messingwaren in Richtung Frankreich transportiert worden seien. Der Begriff Kupferstraße sei weit verbreitet.

„Es handelt sich aber eigentlich nicht um einen Straßennamen, vielmehr um eine generische Bezeichnung für den Zweck einer Straße in einer bestimmten Zeit“. Konkret unter Schutz gestellt worden seien jetzt die Reste der Kupferstraße zwischen dem Stockläger und Rotterdell. Das habe man der Arbeit von H. Haarig (Landschaftsverband Rheinland) zu verdanken, der seine interessanten Forschungen bereits im „Monschauer Land Jahrbuch 2000“ veröffentlichte.

Der Teil der alten Straße zwischen Stockläger und der Straßenkreuzung B 258/Raerener Straße/Bahnhof Roetgen sei wegen Einsprüchen der Grundbesitzer und der Gemeinde Roetgen nicht unter Schutz gestellt worden. Dort sei auf Roetgener Seite die „Alte Aachener Straße“ verlaufen, die Vorläuferin der heutigen B 258. Die alte Trasse sei an einigen Stellen noch gut zu erkennen. „Schade eigentlich, dass man nicht ein kurzes Stück dieses eindrucksvollen Reliefs unter Schutz gestellt hat“, bedauert Rolf Wilden.

Vor zwölf Jahren bereits wurde die Unterschutzstellung der Kreuzweganlage in Rott seitens der Kreuzwegverwaltung beantragt. Die Verwaltung konnte dieses Vorhaben intensiv unterstützen, aber es habe für den Vollzug der Eintragung bislang die gutachterliche Stellungnahme des Landschaftsverbandes Rheinland zum „Denkmalwert der Kreuzweganlage“ gefehlt.

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