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Kunstausstellung: Rodina – ein Lebensgefühl

Ausstellung „Rodina“ in Mützenich : Künstler und das Thema Heimat

„Rodina“ ist ein Wort aus der bulgarischen Sprache, es bedeutet „Heimat“ und war seit zwei Jahren das Arbeitsmotiv für die Künstlergruppe, die sich regelmäßig im „Weissen Pferdchen“ in Mützenich trifft.

Monika André, Alphons Grosch, Ivo Hristov, Andrea Karbig, Claudine Mertens, Marian Reguli, Katja Schönborn und Johannes Wickert zeigen in ihrer Ausstellung im „Weissen Pferdchen“ ihren jeweils individuellen Blick auf das Phänomen „Heimat“ in Malerei, Zeichnung, Collage, Installation, Stahlrelief und Plastik.

Heimat ist für die allermeisten Menschen ein rundum positiver Begriff. Sie bezeichnet etwas Gewordenes, ein gewachsenes Sich-wohlfühlen in Geborgenheit, Frieden und Akzeptiert-sein, eine Vertrautheit, die kulturell geprägt ist und sich ausdrückt in meiner Sprache, Landschaft, Esskultur, Gerüchen oder Musik – und für Künstler immer auch Freiheit, etwas zu gestalten, bedeutet. Heimat ist ein Wort für eine innere Verwurzelung, gekennzeichnet von Kontinuität, sie ist nicht nur für den Moment. Der Ursprung liegt wohl in der Kernfamilie und weitet sich dann auf das Lebensumfeld aus. Heimat umfasst dabei nicht nur das konkret Fassbare, einen Ort und liebe Menschen, sondern auch das Immaterielle, ein inneres Zuhause, ein „Heimatgefühl“. Wie entsteht dieses Heimatgefühl beim Menschen und was ist dazu nötig? Ist es heute anders als früher, haben sich die Grundbedingungen dafür im Verlauf der Geschichte geändert? Was geschieht, wenn diese Konditionen nicht vorhanden sind und der Mensch keine Heimat (mehr) hat?

Im Kontext von „Heimat“ erscheint immer auch die Sorge darum, dass diese Heimat verloren gehen oder zerstört werden kann, bis hin zur Auflösung, der Heimatlosigkeit, der Entwurzelung, dem Fremdsein, der inneren Einsamkeit. Einmal ganz von dem eigenen Heimatgefühl abgesehen: Wie können wir Anderen bei uns eine Heimat geben? Oder ist Heimat eher eine Sehnsucht als ein existierender Fakt? Ein Scheinbild, auf das sich alles Mögliche projizieren lässt? Das könnte erklären, warum dieser Begriff so leicht politisch instrumentalisiert werden kann. Denn die meisten Menschen verbinden persönlich etwas Konkretes mit „Heimat“, aber diese Bedeutung ist individuell sehr unterschiedlich. Kann Heimat trotz dieser Verschiedenheit zwischen den Menschen etwas Verbindendes sein? Die Ausstellung fordert zum Nachdenken darüber heraus, was für uns selbst Heimat bedeutet.

Als kleine Überraschung wird bei der Vernissage auch diese eigene Sicht der Betrachter quasi mit ins Bild kommen. Die Ausstellungseröffnung im Weissen Pferdchen, Eupener Straße 62, Mützenich, findet am Sonntag, 5.Mai, 11 Uhr, statt. Die Ausstellung ist zu sehen an den Wochenenden 11./12., 18./19. und 25./26. Mai jeweils samstags von 12 bis 17 Uhr und Sonntags von 11 bis 17 Uhr.