Monschau: Kunst mal drei im Carat-Hotel

Monschau: Kunst mal drei im Carat-Hotel

„Kunst x3” heißt die Ausstellung im Carat Hotel, mit der der Kunstkreis Nordeifel drei neue Mitglieder und ihre Arbeiten vorstellt. Die neuen Mitglieder sind Maria Engel aus Kornelimünster, Klaus Gehlen aus Mützenich und Martin Otten aus Alsdorf.

Die Vernissage findet am Sonntag, 8. März, um 11 Uhr statt. Die Laudatio hält Dr. Hajo Peters.

Maria Engel beschäftigt sich schon lange mit dem Werkstoff Ton. Mit viel Kreativität setzt sie ihre Ideen um in formschöne Unikate mit ausgefallenen Mustern. Unterschiedliche Brenntechniken, z.B. Schmauchbrand und Raku, verleihen den Objekten ganz spezielle, unterschiedliche Oberflächen.

So entstehen einzigartige Kunstwerke: Gebrauchskeramik wie Vasen, Schmuckdosen, Schalen oder aus verschiedenen Elementen zusammengesetzte Stelen. Ihre Inspiration findet die Künstlerin in der Natur und Alltag. Wie im Falle der alten Stühle, die sie im Sperrmüll entdeckt hat. Deren Sitzflächen gestaltete die Künstlerin mit vielfarbigen Mosaiken.

Nun präsentieren die Stühle sich zum „Besetzen” zu empfindlich und viel zu schade, aber bestens geeignet als Blickfang. Den Kunstkreis lernte Maria Engel über ihren verstorbenen Mann Winfried kennen, der im Jahr 1990 zu den Gründern des Kreises zählte, kennen. So entstand eine enge Verbindung, die jetzt mit ihrem Beitritt nochmals gefestigt wurde.

Auch der Bildhauer Klaus Gehlen hatte schon lange Kontakt zum Kunstkreis. „Immer wieder war da der Gedanke auch Mitglied zu werden und sich einzubringen”, erzählt Gehlen, der sich über die Grenzen seiner Heimat hinaus einen Namen gemacht hat. „Wir wollen vor allem Künstler aus der Eifel gewinnen, da kommt man an Klaus Gehlen nicht vorbei”, schmeichelt Schriftführer Herbert Baltus dem Künstler.

Im öffentlichen Raum finden sich zahlreiche Objekte aus Gehlens Werkstatt in Mützenich. Da ist „Maaßens Päuelche” in Monschau, der „Kraremann” in Simmerath, der Gemeindediener „Tinnes” in Rott, der „Imgenbroicher Esel”, der „Öcher Penn-Soldat” am Marschiertor in Aachen oder der „Lommi-Brunnen” im Biergarten einer Traditionsgaststätte in Köln-Deutz.

Etliche Kunstwerke gingen mit Wanderausstellungen auf den Weg und kehrten nach teilweise abenteuerlichen Reisen durch halb Europa in die Eifel zurück: „Der lächelnde Christus”, „Arche Noah” und „Das Gebet”. In der Ausstellung im Carat-Hotel zeigt Gehlen eine Auswahl großer und kleiner Objekte, die zum Teil erst in den letzten Wochen und Monaten entstanden sind. Wenn es sich nicht um thematische Vorgaben oder Auftragsarbeiten handelt findet Gehlen seine Anregungen im Alltag, der Natur, bei der Beobachtung seiner Kinder oder in eigenen Kindheitserinnerungen.

Der Kunstmaler Martin Otten aus Alsdorf hatte im Internet vom Kunstkreis erfahren und gelangte schließlich über ein anderes Mitglied zu dem Verein. James Bond und auch den Exorzisten bannte Otten früher als Plakatmaler auf überdimensionale Werbeflächen. für die großen Kinoereignisse. Zuletzt arbeitete er als Produktionsleiter einer Aachener Firma für die Herstellung und die Bemalung von Heißluftballons.

Seit 2004 ist Otten nun frei schaffender Kunstmaler. Er arbeitet mit Pastellkreiden, Acryl- und Ölfarben und bringt auch Buchdruckfarben auf Leinwand, Karton oder Holz. Inspirieren lässt er sich beispielsweise auf Spaziergängen oder von aktuellen Dingen wie zum Beispiel von der Eisschmelze. Vorbildhaft sieht er die Pittura metafisica, die im frühen 20. Jahrhundert in Italien entwickelte metaphysische Malerei.

Die Ausstellung ist bis zum 29. April im Carat-Hotel zu sehen. Vielleicht wird die Dauer aber auch noch verlängert. Der Geschäftsführer des Hotels, Freek Suringh fragte bereits: „Muss das dann schon wieder abgehangen werden? Von mir aus können die Sachen gerne länger hier bleiben.”