Konzen II feiert Derbysieg über Eicherscheid II. Auch Mützenich siegt.

Fußball-Kreisliga B : „Eberhard“ entscheidet das Nachbarschaftsduell

Das kann sich sehen lassen: Nach etwas mehr als der Hälfte der Saison liegen drei der vier Nordeifelteams im oberen Drittel der Fußball-Kreisliga B.

Das Klassement ist derzeit allerdings leicht schief, nachdem am Wochenende nur vier der sieben Spiele zu Ende gebracht werden konnten. Zwei Spiele fielen aus, die Partie des Spitzenreiters FC Stolberg musste sturmbedingt abgebrochen werden.

Einen Abbruch hätten im Nachhinein wohl auch die Spieler der Zweiten von Germania Eicherscheid unterschrieben, denn ihr Derby bei der Konzener Zweiten wurde durch ein klassisches „Wind-Ei“ entschieden. Konzens Ramin Davtalab wusste schon, was er tat, als er Mitte der zweiten Hälfte einen Freistoß kurz hinter der Mittellinie von rechts direkt auf das Tor von Pascal Förster zog.

Bei Windstille wäre der Ball vermutlich am Winkel vorbeigesegelt, doch eine Böe von „Eberhard“ blies das Leder genau in den Knick, wie auch Germania-Coach Michael Behrendt beobachtet hatte. Er sprach aber nicht nur wegen der irregulären Windverhältnisse von einem „verschenkten Tag“ – auch seine Mannschaft kam in seinem Rückblick nicht gut weg: „Wir hatten den Wind ja in der ersten Hälfte auch auf unserer Seite, haben da aber viel zu wenig draus gemacht und viel zu viel mit hohen Bällen agiert“, kritisierte er.

Letztlich sei das schlechte Spiel der Germania aber auch einer „sehr bescheidenen Vorbereitung“ und der personellen Situation geschuldet: Führungsspieler Kai Hammerschmidt musste nach einem Zusammenstoß mit Luca Limburg schon in der 21. Minute verletzt raus und fällt wohl vorerst aus. „Damit verschärft sich unsere Personallage noch weiter“, unkte Michael Behrendt vor der Fahrt nach Kornelimünster am Sonntag.

Logisch, dass im Konzener Lager nach dem 2:1-Erfolg Feierlaune herrschte. „Derbysieger!“ schallte es von den tanzenden Schwarz-Gelben über den stürmischen Platz am Windrad, „und später haben wir im Vereinslokal vier Tage nach Aschermittwoch nochmal Karneval gefeiert!“, verriet Trainer Josef Schaakxs. Seiner Meinung nach hatten sich das seine Spieler auch verdient. Die Trainingsbeteiligung und der mannschaftliche Zusammenhalt seien „überragend“, und so kommt für den Coach die Wandlung vom Kellerkind zum Team im oberen Drittel nicht überraschend. „Wir schauen aber noch nach unten“, versichert er, obwohl der Abstand zum Abstiegsplatz 20, der zum möglichen Relegationsplatz aber nur deren fünf beträgt…

Nach dem 0:4 im Nachholspiel gegen Borussia Brand konnte sich der TuS Mützenich auf fremdem Platz rehabilitieren: 4:1 hieß es beim hoch eingeschätzten Tabellenvierten SC Berger Preuß, gegen den man in der Hinrunde noch daheim mit 3:5 verloren hatte. „Wir haben variabel gespielt und zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht“, analysierte TuS-Coach Achim Sarlette und meinte vor allem die schnelle erneute Führung durch Marcel Schillings direkt verwandelte Ecke (mit freundlicher Windunterstützung) kurz vor der Pause (41.), nachdem die Gastgeber das erste Pflichtspieltor von Winter-Neuzugang Stefan Kwasnitza (32.) egalisiert hatten (35.).

Obwohl gegen den Wind spielend, machte Mützenich in Abschnitt zwei den Deckel drauf – dank Mirko Klee. Das TuS-Eigengewächs hatte nach einer Stunde seinen großen Auftritt: Zunächst versiebte Klee eine laut Trainer „hundertzehnprozentige Chance“, zwei Minuten später sorgte er mit einem sagenhaften Volleyschuss für ein „Tor des Monats“ und nochmals eine Uhrenumdrehung mehr legte er das 1:4 nach. „Da war das Ding durch“, sagt Achim Sarlette, der nun kein Ziel mehr ausgeben, sondern „von Spiel zu Spiel schauen“ möchte.

(hes)
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