Nordeifel: Konzen dreht Partie in der Nachspielzeit

Nordeifel: Konzen dreht Partie in der Nachspielzeit

Für viele Kenner der Aachener A-Liga zählte Germania Eicherscheid vor Saisonbeginn aufgrund der spektakulären Neuzugänge zum meistgenannten Meisterschaftskandidaten. Nach sechs Spieltagen und einer 0:1-Auswärtsniederlage am Wochenspieltag bei Union Mariadorf-Hoengen sieht die Realität bei den Blau-Weißen aber anders aus. Vom angestrebten Platz an der Sonne ist die Germania sieben Punkte entfernt und so langsam wird es Zeit, dass die Elf von der Bachstraße ihre Fähigkeiten aus- und den Alibi-Fußball einpackt.

Der FC Roetgen blieb am Donnerstag in der Erfolgsspur und entführte mit einem 4:1-Sieg die Punkte beim FC Stolberg. Nach vier sieglosen Spieltagen meldete der TV Konzen wieder einen dreifachen Punktgewinn beim 2:1-Sieg gegen Rhenania Würselen. Nicht ganz unerwartet musste der TuS Mützenich gegen den Tabellenzweiten Eintracht Verlautenheide eine 1:3 Heimniederlage hinnehmen.

TV Konzen — Rhenania Würselen 2:1 (0:1): Beide Mannschaften bemühten sich von Beginn an, Struktur in ihre Aktionen zu bringen, jedoch gelang das auf beiden Seiten nur bis 20 Meter vor dem gegnerischen Tor. Die erste und auch einzige nennenswerte Chance der Einheimischen in der ersten Halbzeit erarbeitete sich Jonas Schulte, der sich auf der linken Seite gut durchgesetzt hatte, den Ball aber knapp am Würselener Gehäuse vorbeizog.

Zwei Minuten später motzte Konzens Trainer Georg Bauer: „Das kann doch nicht sein, schon wieder ein Standardtor“, und ärgerte sich über den Führungstreffer der Gäste, den Stefan Essler nach einem Freistoß per Kopfball erzielte.

Nach einer deutlichen Pausenansprache ihres Trainers begannen die Konzener die zweite Hälfte elanvoller und drängten ihre Gäste in die Defensive. Die Rhenania beschränkte sich auf Konter, die aber gefährlich waren. Konzens junger Keeper Kevin Braun hielt mit drei guten Paraden sein Team im Spiel.

Die Schwarz-Gelben, die am Donnerstag in Schwarz-Rot aufliefen, strapazierten die Nerven ihrer Fans bis in die Nachspielzeit, denn erst da erzielte Maxwell de Farias den nicht mehr für möglich gehaltenen Sieg. In der 90. Minute hatte Jens Lutterbach den Ausgleich besorgt.

„In der zweiten Halbzeit schien der Gegner zwar stehend K.o., aber trotzdem hatte er ein Unentschieden verdient“, gab Georg Bauer zu, dass der Last-Minute-Sieg schon etwas glücklich war.

TuS Mützenich — Eintracht Verlautenheide 1:3 (1:1): Gegen den Favoriten erwischten die Grün-Weißen einen glänzenden Start und gingen in der 5. Minute durch einen Distanzschuss von „Michi“ Claßen in Führung. Bis zur 30. Minute konnte der TuS mit viel Engagement die Begegnung offen gestalten, dann brachte der Favorit sich aber immer besser ins Spiel.

Tümmers markierte den verdienten Ausgleich. Mit Beginn der zweiten Halbzeit drängten die Gäste den TuS immer mehr in die Defensive und erarbeiteten sich mehrere gute Möglichkeiten. Nach einer Standardsituation erzielte Linden aber erst zehn Minuten vor Spielende per Kopfball die erstmalige Führung der Gäste. Bauer erhöhte in der hektischen Endphase auf 3:1.

Zwei Minuten vor Spielende erhielt ein Gästespieler noch eine Matchstrafe. TuS-Trainer Wolfgang Zimmer blieb nach dem Abpfiff nur das knappe Fazit: „Wir haben uns lange gut gewehrt, aber das ist ein korrektes Ergebnis“.

FC Stolberg — FC Roetgen 1:4 (1:2): „Die Leistung, die wir in der zweiten Halbzeit abgeliefert haben, war in Ordnung. In der ersten Halbzeit haben wir zu viel zugelassen und nicht konzentriert genug gespielt“, erlebte FC Roetgens Trainer Ralf Said zwei unterschiedliche Halbzeiten, jedoch änderten die nichts an seinem Gesamtfazit, dass der Sieg der Schwarz-Roten hoch verdient war.

Stefan Mertens hatte den FC in Führung gebracht, die Müller nach einer halben Stunde egalisierte. Zwei Minuten vor dem Seitenwechsel sorgte Mertens für die erneute Führung. Danach diktierten die Nordeifeler auf dem ungewohnten Untergrund das Geschehen recht eindeutig.

Längst überfällig war das 3:1, das Stefan Kruff erzielte. Zwei Minuten vor Schluss verwandelte Stefan Mertens einen Foulelfmeter und machte mit seinem dritten Treffer den verdienten Endstand klar.

Union Mariadorf-Hoengen — Germania Eicherscheid 1:0 (1:0): „Wir hätten hier noch zwei Stunden spielen können, dann hätten wir noch kein Tor gemacht“, war Germania Eicherscheids Trainer Wilfried Schmitz nach dem Abpfiff am Donnerstagabend komplett bedient.

„Wir haben 89 Minuten Ballbesitz, aber erarbeiten uns nur eine einzige Möglichkeit“, schimpfte der Coach nach der unnötigen Niederlage bei einem Gegner, der nicht zu den Besten der Liga zählt.

Der Fusionsverein kam Mitte der ersten Halbzeit mit seiner einzigen Torgelegenheit durch Deutz zum Siegtreffer, während Nico Wilden auf der anderen Seite die beste Chance der Germania versiebte, die nach der Panne bei der neuen Union weiter auf den ersten Auswärtssieg wartet.

(kk)
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