Rohren: Konsumgenossenschaft braucht mehr Umsatz

Rohren: Konsumgenossenschaft braucht mehr Umsatz

Die letzten ordentlichen Generalversammlungen der Konsumgenossenschaft beherrschte immer wieder das gleiche Thema. Die Umsätze der Genossenschaft gehen seit einigen Jahren stetig zurück.

In der Vergangenheit hat es nicht an Versuchen gefehlt, diesen Trend aufzuhalten oder umzukehren, aber auf der Kostenseite hat die Genossenschaft inzwischen alle Sparmöglichkeiten ausgeschöpft. „Weitere nennenswerte Effekte sind in Zukunft auf diese Weise nicht mehr zu erzielen“, hieß es da immer wieder. Eine Besserung der misslichen Situation ist nur zu erwarten, wenn die Rohrener Bevölkerung das Angebot der Genossenschaft demnächst verstärkt annimmt.

Wie das ermöglicht werden soll, diskutierten die Genossen nach den Neuwahlen auch bei der diesjährigen Generalversammlung.

Die konkreten Zahlen zum Jahresabschluss 2013 machten deutlich, mit welchen Problemen die Genossenschaft zu kämpfen hat. Sie erzielte zwar einen bescheidenen Gewinn von 153 Euro. Die Umsätze gingen aber wieder zurück. Diesmal war ein Rückgang von 10 000 Euro zu beklagen.

Hinzu kommt, dass im letzten Jahr durch einen Einbruch ein größerer Sachschaden entstand. Nach der Schadensregulierung mit der Versicherungsgesellschaft hielten sich die entstandenen Verluste durch Diebstahl und Sachbeschädigung in Grenzen.

Heinz-Josef Hermanns zog am Ende seines Berichtes aus der Sicht des Vorstandes als entscheidendes Fazit: „Auf Dauer kann die Genossenschaft keine weiteren fallenden Umsätze mehr verkraften.“

Für den Aufsichtsrat bestätigte Monika Krings die Worte von Heinz-Josef Hermanns. Trotz eines Umsatzes von 230 000 Euro habe die Genossenschaft wieder Einbußen bei den Umsätzen hinnehmen müssen. Einsparungen im Material- und Betriebskostenaufwand seien ausgeschöpft. Eine Zukunft habe die Genossenschaft nur bei steigenden Umsätzen. „Die Lage ist weiter sehr problematisch“, bestätigte auch Krings. Der positive Jahresabschluss sei nur möglich gewesen, weil Vorstand und Aufsichtsrat ehrenamtlich arbeiten, die Verkäuferinnen im Laden arbeiten für kleines Geld. Monika Krings schloss mit den Worten: „Wir versuchen dennoch, unser Geschäft noch einige Jahre für die Dorfbevölkerung zu erhalten.“

Für die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat übernahm Ortsvorsteherin Waltraud Haake kurz die Versammlungsleitung. Da zu den vorgetragenen Berichten keine Wortmeldungen eingingen, ließ sie über die Entlastung abstimmen. Die Versammlung erteilte Aufsichtsrat und Vorstand ohne Gegenstimmen Entlastung.

Vorstandsposten waren an diesem Abend auch neu zu besetzen. Peter-Josef Strauch bestätigten die Genossen für eine weitere Legislaturperiode in seinem Amt.

Heinz Josef Hermanns informierte anschließend über die wichtigsten Veränderungen im laufenden Geschäftsjahr. Die neue Kasse vereinfache das Buchungsgeschäft. Die neuen LED-Lampen bewirken Einsparungen beim Energiebedarf. Die Mitgliedschaft bei der REWE habe die Genossenschaft gekündigt.

Die Zahlen des laufenden Jahres deuten auf einen weiteren Rückgang der Umsätze hin. „Wenn diese Entwicklung nicht aufgehalten wird, hat die Genossenschaft mittelfristig keine Chance mehr“, sagte Hermanns.

An die Versammlung gab er die Frage weiter, wie die Umsätze wieder gesteigert werden könnten. Die Bevölkerung müsse das Angebot der Genossenschaft in Zukunft verstärkt annehmen, war die einhellige Meinung aller Versammlungsteilnehmer.

An Vorschlägen, was in nächster Zeit geschehen soll, mangelte es auch nicht. Bruno Gerhardt schlug vor, sich vom Prinzip der Genossenschaft abzuwenden und das Geschäft als gemeinnützigen Verein weiter zu betreiben. Heinz-Josef Hermanns verwies dazu auf ein Beispiel aus Wollersheim. Dieser Lösungsansatz sei mit viel Mehrarbeit für die Verantwortlichen verbunden. Auch ein Förderverein für den Konsum wurde erwogen.

Gute Arbeit der Ehrenamtler

Ortsvorsteherin Waltraud Haake bedauerte, dass die gute Arbeit der Ehrenamtler durch mangelndes Kaufinteresse der Bevölkerung kaputtgemacht werde.

Heinz-Josef Hermanns will mit seinen Vorstandskollegen die Vorschläge aus der Versammlung in Ruhe prüfen, um dann zu sehen, wie es weitergehen könnte.

(fm)