Kommunionkinder übergeben Spende an Monschauer Taf

Monschauer Tafel : Kommunionkinder übergeben Spende

Über 400 Euro haben die Kommunionkinder aus Imgenbroich sammeln können und übergaben diese stolz am Mittwoch an die Monschauer Tafel.

Das Geld stammt sowohl aus der Kollekte von den beiden Messen zur Erstkommunion als auch von eigenen Spenden der Kinder. Dass die Kinder spenden, hat Tradition: Jedes Jahr wird zugunsten einer anderen Organisation gesammelt, und dieses Jahr entschieden sich die Eltern für die Monschauer Tafel.

Manche der Kinder wussten bis dato nichts über die Arbeit der Tafel und deren Hintergrund. So verwunderte es nicht, dass die Kinder den Erklärungen von Georg Kaulen, dem Vorsitzenden des Vereins Monschauer Tafel, aufmerksam lauschten. Kaulen erläuterte, dass der Verein zwar „Monschau“ im Namen trägt, aber genauso für die Gemeinden Simmerath und Roetgen zuständig sei. Insgesamt würden zehn Geschäfte in der Region regelmäßig angefahren.

Um zu verdeutlichen, welche Lebensmittel die Tafel hier abholt, bediente sich Kaulen eines Beispiels: „Ihr kennt alle diese Verpackungen mit sechs Äpfeln drin. Wenn jetzt einer kaputt ist, kauft die keiner mehr. Aber wir packen die aus und räumen die fünf, die gut sind, ins Regal.“ Diese wandern dann zusammen mit anderen Lebensmitteln in eine Klappbox für 2 Euro: „Dienstags, donnerstags und samstags wird an die Leute verteilt, die nicht genug haben, um im Discounter einkaufen zu gehen“. Dass hierbei auch Scham eine Rolle spielt, sei vor allem beim Standortwechsel deutlich geworden. Als die Tafel noch dort war, wo heute „Ewin Döner“ ist, stand die Schlange für jedermann sichtbar auf der Triererstraße. Die Anonymität im Himo hingegen würden viele der Kunden genießen.

Neben den zehn Geschäften, die angefahren werden (darunter allein fünf Bäckereien, Aldi, Lidl und Real) erhält die Tafel auch regelmäßig Spenden. Dalli spendet beispielsweise regelmäßig Waschmittel, Lindt seine berühmte Schokolade. Von den rund 650 Bedürftigen im Kreis gehe keiner mit leeren Händen nach Hause, so Kaulen. Insgesamt arbeiten bei der Tafel 73 Ehrenamtler, und es sind doch zu wenige. Der Vorsitzende erläutert: „Was wir den Kunden bieten können, gibt es woanders nur wenig. Montags haben wir oft zu viel, das bringen wir dann nach Düren. Denn obwohl Düren größer ist als wir, haben sie dort weniger Geschäfte und vor allem weniger Ehrenamtler, die sich kümmern könnten.“

Die Frage von Finn (9), ob die Tafel auch liefere, sorgte zunächst für Schmunzeln unter den Zuhörern. Aber Kaulen begegnete der Frage ganz ernst: „Es gibt circa 40 Menschen, die sich bei uns gemeldet haben. Vor allem ältere Menschen mit Behinderung. Dann machen unsere Ehrenamtler Kisten fertig und bringen diese sogar noch nach ihrem Achtstundentag bei den Kunden vorbei. Aber das geht nur in Ausnahmefällen.“

Die Ehrenamtler seien fast alle über 70 Jahre alt, und Unterstützung könne gut gebraucht werden: „Wir arbeiten von montags bis samstags. Es werden Kisten geschleppt, und man muss den ganzen Tag stehen, da wären mehr Ehrenamtler eine große Erleichterung.“ Der neunjährige Liam durfte dem Verein die Spende in Höhe von 406 Euro übergeben und findet es „gut, dass den armen Menschen hier geholfen wird“. Als Dankeschön überreichte Kaulen den Kindern eine Geschenktüte mit Lindt-Schokolade, einer Butterbrotdose und einem Getränkebecher. So machte das Spenden gleich doppelt Freude.

(mira)
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