Kommentiert: „Die Nachbarkommune“

Kommentiert: „Die Nachbarkommune“

Nachbarn sollten miteinander reden, nicht nur weil eine alte Eifeler Weisheit sagt, dass in der Not ein guter Nachbar oft wichtiger ist als ein entfernter Verwandter. Die Kommunen Monschau und Simmerath sind auch Nachbarn. Man redet auch miteinander, aber beim Thema Gewerbegebiet Imgenbroich herrscht offenbar Eiszeit.

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Hier spricht man eher übereinander oder lässt sprechen —per Anwaltskanzlei. Die Klage der Gemeinde Simmerath mit dem Ziel, die Errichtung eines großflächigen Vollsortimenters zu blockieren, hat für ein frostiges Gesprächsklima gesorgt. Es war schon auffällig, mit welcher anhaltenden Konsequenz bei der Beratung im Monschauer Stadtrat niemandem der Name Simmerath über die Lippen kam. Zufall? Es war unter Einhaltung einer konsequenten Vermeidungstaktik immer nur von „der Nachbarkommune“ , „einer Nachbarkommune“ oder „der Klageseite“ die Rede. Nicht-Erwähnung kann im besten Falle Vergesslichkeit bedeuten, es kann aber auch bedeuten, dass man am liebsten kein Wort über eine Sache verlieren möchte, sie mit Ignoranz strafen möchte. Egal, wie der Dialog der Nachbarn sich weiter entwickelt: Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

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